Neonsalmler
Paracheirodon innesi

Der Neonsalmler (Paracheirodon innesi) ist ein kleiner, friedlicher Süßwasserfisch aus dem Amazonasgebiet in Peru, Kolumbien und Brasilien. Sein leuchtend blauer Längsstreifen und die rote hintere Körperhälfte machen ihn auch zwischen dichtem Pflanzenwuchs gut erkennbar. Anders als beim Roten Neon reicht die rote Zeichnung nicht über den gesamten Bauch. Im Aquarium hält er sich überwiegend in der mittleren Wasserschicht auf und bewegt sich mit seinen Artgenossen zwischen freiem Schwimmraum und geschützten Bereichen. Gerade dieses Gruppenverhalten macht die Art so interessant. Ein Neonsalmler gehört deshalb weder einzeln noch als vereinzelter Farbtupfer ins Becken. Die Gruppe braucht ein eingefahrenes Aquarium mit ausreichender Länge und bepflanzten, schattigeren Rückzugsorten. Entscheidend sind keine außergewöhnlichen Geräte, sondern geeignetes Wasser, stabile Bedingungen und Mitbewohner, die diese kleinen Fische nicht bedrängen.
Aquarium planen →Auf einen Blick
- Temperatur
- 21–25 °C
- pH
- 6,0–7,0
- GH
- 1–8 °dGH
- Aquariumlänge
- Ab 60 cm
- Mindestvolumen des Aquariums
- Ab 54 L
- Endgröße
- Etwa 3–4 cm
- Gruppengröße
- Ab 8–10 Tiere
- Lebenserwartung
- 5–10 Jahre
- Schwimmzone
- Mitte
- Verhalten
- Friedlich
- Lichtvorliebe
- Gedämpftes Licht
- Deckung
- Pflanzen und geschützte Bereiche
- Hauptfutter
- Feines Flockenfutter, Feines Granulat
- Ergänzungsfutter
- Lebendfutter, Frostfutter, Fein zerkleinertes getrocknetes Naturfutter
54 L Bruttovolumen bei mindestens 60 × 30 × 30 cm sind eine Untergrenze für eine Neonsalmlergruppe, keine Besatzempfehlung für ein Gesellschaftsaquarium. Bodengrund und Einrichtung verringern das Wasservolumen; Mitbewohner brauchen mehr Platz.
Über diese Art
Ausgewachsene Neonsalmler werden ungefähr 3–4 cm lang. Der silbrige Bauch und das auf die hintere Körperhälfte begrenzte Rot unterscheiden sie vom Roten Neon. Beim Kauf lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Zeichnung; der blaue Streifen allein reicht zur Unterscheidung nicht aus.
Während der Ruhe können die Farben verblassen und nach dem Einschalten des Lichts wieder kräftiger werden. Das allein ist kein Krankheitszeichen. Hält die Blässe an und kommen auffälliges Schwimmen, Fressunlust oder Absonderung hinzu, sollte man genauer hinsehen. Bei guter Pflege können die Tiere mehrere Jahre leben; LICG nennt fünf bis zehn Jahre.
Natürlicher Lebensraum
Die Art stammt aus dem oberen Amazonasgebiet und bewohnt unter anderem kleine Waldbäche und Zuflüsse. Ihr Vorkommen ist nicht auf einen einzigen Gewässertyp beschränkt: Sie wird sowohl in durch organisches Material dunkel gefärbtem Wasser als auch in Klarwasser gefunden.
Der Wald liefert Schatten, Wurzeln, Äste und Falllaub. Das Wasser ist häufig weich und sauer. Nicht jeder natürliche Fundort besitzt dichte Wasserpflanzenbestände; auch die Waldstruktur bietet Deckung. Für das Aquarium sind daher geschützte Bereiche und ruhige Zonen wichtiger, als lediglich eine braune Wasserfarbe nachzuahmen.
Aquarium und Einrichtung
Wähle ein mindestens 60 cm langes Aquarium und halte nutzbaren Schwimmraum frei. Ein hohes Becken gleichen Volumens ersetzt diese Länge nicht. Ein Aquarium mit 60 × 30 × 30 cm hat rechnerisch 54 Liter Bruttovolumen, bevor Bodengrund und Einrichtung Wasser verdrängen. Das ist keine Zusage für einen bestimmten Gesamtbesatz. Für zusätzliche Mitbewohner oder eine größere Gruppe ist ein längeres, geräumigeres Becken vorzuziehen.
Bepflanze vor allem Rückwand und Seiten. Aquarienholz kann geschützte Durchgänge schaffen, während die Mitte teilweise frei bleibt. Ein geeigneter dunkler Bodengrund mindert Reflexionen. Steine sind nicht erforderlich; verwendete Steine müssen sicher liegen, dürfen keine scharfen Kanten haben und sollten die gewünschten Wasserwerte nicht unerwünscht verändern.
Pflanzen und Schwimmpflanzen schaffen gedämpft beleuchtete Bereiche. Sorge für Filterung und sanfte Wasserbewegung, ohne die Fische dauerhaft gegen einen kräftigen Auslass schwimmen zu lassen. Aquarium und biologischer Filter müssen vor dem Einsetzen eingefahren sein.
Wasserwerte
Dieser Ratgeber verwendet 21–25 °C, pH 6,0–7,0 und GH 1–8 °dGH als Haltungsrichtlinie. Die Bereiche sind keine Aufforderung, ihre Grenzwerte anzustreben. Prüfe das Ausgangswasser und ob sich die Bedingungen dauerhaft stabil halten lassen, auch bei Wasserwechseln.
Verlässliche Quellen nennen unterschiedliche pH-Bereiche. Hier gilt die engere Empfehlung von LICG; die Temperaturspanne folgt Seriously Fish. Der GH-Bereich ist eine vorsichtige Schnittmenge beider Quellen, kein nachgewiesenes biologisches Optimum. Verändere den pH-Wert nicht abrupt, nur um einen Tabellenwert zu erreichen.
Kontrolliere neben pH und Härte auch Ammonium/Ammoniak, Nitrit und Nitrat. In einem funktionierenden Aquarium sollten Ammonium und Nitrit nicht nachweisbar sein. Richte Wasserwechsel und Pflege nach Messwerten und Belastung aus. Ein gepflegter Filter und maßvolles Füttern sind genauso wichtig wie die Einstellung der Heizung.
Verhalten und Gruppengröße
Neonsalmler brauchen Artgenossen. Für dieses Beispiel folgen wir der Empfehlung, mit mindestens acht bis zehn Tieren zu beginnen; zehn ist keine Obergrenze. Eine größere Gruppe ist möglich, wenn Aquarium und Gesamtbesatz dafür geeignet sind. Eine Gruppe anderer Salmler ersetzt die eigenen Artgenossen nicht.
Die Art ist gewöhnlich friedlich. Mögliche Mitbewohner sollten ruhig sein, passende Wasseransprüche haben und Neonsalmler nicht als Beute betrachten können. Vermeide große Räuber, aufdringliche Futterkonkurrenten und Fische, die die Gruppe ständig jagen. Gleiche Temperaturansprüche allein reichen nicht: Endgröße, Verhalten und verfügbarer Platz gehören ebenfalls zur Prüfung.
Ernährung
Neonsalmler sind Allesfresser mit kleinem Maul. Zu ihrer natürlichen Nahrung gehören kleine Wirbellose und pflanzliches Material. Im Aquarium muss das Angebot daher nicht auf Lebend- und Frostfutter beschränkt bleiben.
Hauptfutter
Ein vollständiges Trockenfutter in feinen Flocken oder kleinen Granulatkörnern kann die Grundlage bilden. Achte auf den vorgesehenen Einsatz und darauf, ob die Fische das Futter tatsächlich aufnehmen können. Die Bezeichnung „Granulat“ sagt noch nichts über eine passende Korngröße aus. Große Stücke, die wiederholt ausgespuckt werden, sind ungeeignet.
Ergänzungsfutter
Kleines Lebend- oder Frostfutter, etwa Wasserflöhe oder Artemia, bringt Abwechslung. Frostfutter vorher auftauen und auf eine vertrauenswürdige Herkunft achten. Solche Ergänzungen bereichern einen ausgewogenen Speiseplan, ersetzen aber nicht automatisch ein vollwertiges Hauptfutter.
Für gesunde erwachsene Tiere sind ein bis zwei kleine Fütterungen täglich ein brauchbarer allgemeiner Ausgangspunkt. Gib etwa so viel, wie die Gruppe innerhalb von ein bis zwei Minuten frisst, und passe die Portion an deine Tiere an. Prüfe, ob alle zum Fressen kommen, und entferne Reste. Jungfische benötigen deutlich kleineres Futter und einen anderen Fütterungsrhythmus.
Zucht
Ein Ablaichen im Aquarium ist möglich, doch die gezielte Aufzucht erfordert eigene Vorbereitung. Die Tiere verstreuen ihre Eier zwischen feinem Material oder Pflanzen und betreiben keine Brutpflege. Da Erwachsene die Eier fressen können, erleichtert ein separates Zuchtbecken mit geeignetem Eierschutz die Kontrolle.
Die Eier brauchen wenig Licht und weiches, saures Wasser. Die Quellen weichen bei den genauen Zuchtbedingungen voneinander ab; deshalb wird hier keine einzelne Temperaturvorgabe zum allgemeinen Rezept erklärt. Bereite Zuchtbecken, Wasserüberwachung und eine verlässliche Versorgung mit sehr kleinem Erstfutter vor. Frisch geschlüpfte Jungfische können noch nicht das Futter der Eltern aufnehmen. Zur Zucht gehört deshalb die geplante Aufzucht und nicht nur das Auslösen des Laichens.
Quellen & Prüfung
Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.
































