Zum Inhalt
Lerne deine Bewohner kennen. Ihre Bedürfnisse stehen zuerst.
aquariumwebshop
Haltungsratgeber · Süßwassergarnelen

Amanogarnele

Caridina multidentata

Amanogarnele — Caridina multidentata
Foto: MdE · Quelle · CC BY-SA 3.0 deVerkleinert und komprimiert; kein Beschnitt oder Farbänderungen.

Die Amanogarnele ist ein relativ großer, aktiver Weidegänger und für das Abweiden von Aufwuchs im Pflanzenaquarium bekannt. Caridina multidentata bleibt ein Tier mit eigenen Ansprüchen: Ein Aquarium wird durch Amanogarnelen nicht automatisch gesund. Erwachsene sind für kleine Fische meist schwerer zu fangen als Zwerggarnelen, brauchen aber trotzdem Deckung und passende Nachbarn. Ihre Vermehrung unterscheidet sich deutlich von Neocaridina. Ein Weibchen mit Eiern bedeutet keine automatisch entstehende Süßwasserkolonie. Dieser Ratgeber trennt daher die Pflege erwachsener Tiere von der anspruchsvollen Larvenaufzucht.

Aquarium planen →

Auf einen Blick

Temperatur
20–26 °C
pH
6,5–8,0
GH
5–20 °dGH
KH
3–12 °dKH
Schwierigkeit
Einfach
Ernährung
Allesfresser
Pflanzenverträglichkeit
Ja
Aquariumlänge
Ab 60 cm
Mindestvolumen des Aquariums
Ab 54 L
Endgröße
Etwa 5–6 cm
Gruppengröße
Ab 5 Tiere
Schwimmzone
Boden
Verhalten
Friedlich, Kann Futter beanspruchen
Deckung
Geeignete Pflanzen, Holz

Zahlen sind vorsichtige Pflegehinweise, keine vollständige Besatzberechnung. Fehlende Werte sind nicht ausreichend belegt. Einrichtung, Wasser und Paarbedingungen gemeinsam beachten.

Über diese Art

Der Körper ist durchsichtig grau bis bräunlich mit Reihen dunkler Punkte oder Striche an den Seiten. Weibchen werden gewöhnlich größer, bis etwa fünf bis sechs Zentimeter; Männchen bleiben kleiner. Caridina japonica ist ein bekannter älterer Name, heute gilt Caridina multidentata. Seitenmuster, Körperbau und Herkunft sind aussagekräftiger als das Etikett Algenfresser. Kleine durchsichtige Garnelen aus einem gemischten Verkaufsbecken sind nicht automatisch junge Amanos. Vor Erwartungen an Größe oder Zucht zuerst die Identität prüfen.

Natürlicher Lebensraum

Die Art ist aus ostasiatischen Wasserläufen bekannt, unter anderem aus Japan. Ihr Lebenszyklus verbindet Süßwasserlebensräume der Erwachsenen mit salzigerem Wasser für Larven. Das bedeutet nicht, dass das Erwachsenenbecken routinemäßig Salz benötigt. Sauerstoff, verschiedene Weideflächen und sichere Einrichtung sind praktisch entscheidend. Wurzeln, Steine und Blätter bieten unterschiedliche Futterplätze. Dazwischen Zirkulation erhalten, damit Reste nicht in schwer zugänglichen sauerstoffarmen Ecken liegen bleiben.

Aquarium und Einrichtung

Für eine kleine Gruppe ein bepflanztes Aquarium ab ungefähr 60 Zentimetern und 54 Litern wählen; größere Becken bieten mehr Aufwuchs und Möglichkeiten für Mitbewohner. Das garantiert nicht, dass jede Kombination hineinpasst. Mehrere Tiere halten und Verstecke verteilen. Amanos klettern gut: Öffnungen an Geräten schließen, ohne Belüftung zu verhindern. Geschützte Ansaugungen helfen kleinen Tieren. Größeres Holz und Steine auch für Arbeiten an der Bepflanzung standsicher platzieren.

Wasserwerte

Etwa 20–26 °C sind ein brauchbarer mäßiger Pflegebereich. Sehr breite Handelstoleranzen sind keine täglichen Zielwerte. Leicht saures bis leicht alkalisches Wasser mit messbaren Mineralien kann passen, wenn Übergänge behutsam erfolgen. pH, GH und KH statt nur Temperatur prüfen. Wiederkehrende Abweichungen auch an der Wasserquelle untersuchen. Salz zur Zuchtanregung gehört nicht zur normalen Erwachsenenpflege im Süßwasser-Gesellschaftsbecken.

Verhalten und Gruppengröße

Amanos sind friedliche Weidegänger, am Futter aber durchsetzungsfähig. Ein großes Tier trägt gelegentlich ein Körnchen weg. Futter verteilen, damit kleine Garnelen und ruhige Bodenfische nicht leer ausgehen. Einige sichtbar suchende Tiere beweisen nicht, dass jedes Tier ausreichend frisst. Auch unter Holz und zwischen Pflanzen beobachten. Nach der Häutung länger versteckte Tiere brauchen Ruhe; ständiges Aufscheuchen zum Zählen ist ungünstig.

Ernährung

Weicher Aufwuchs und organisches Material sind wichtig, doch nicht jede Algenart wird gleich gut gefressen. Bei unzureichendem Naturangebot geeignetes Alleinfutter anbieten und Aufnahme kontrollieren. Kleine Portionen lassen sich leichter anpassen als eine große Tagesration. Sichere pflanzliche Ergänzungen rechtzeitig entfernen. Garnelen niemals hungern lassen, damit sie ein Algenproblem lösen. Übermäßige Algen verlangen auch Prüfung von Licht, Nährstoffen, Pflege und Pflanzenwachstum.

Zucht

Weibchen können viele kleine Eier tragen, aus denen frei schwimmende Larven schlüpfen. Für deren weitere Entwicklung sind salzige oder brackige Bedingungen und passendes Feinstfutter nötig. Übergänge und Aufzucht benötigen ein getrenntes, sorgfältig geführtes System. Hier wird kein universeller Salzgehalt genannt, weil Entwicklungsstadium und Methode entscheidend sind. Erwachsene im passenden Süßwasser belassen. Verschwindende Eier allein beweisen keinen Fehler in der Pflege der erwachsenen Tiere.

Vergesellschaftung mit Fischen

Erwachsene Amanos können mit kleinen friedlichen Fischen oft unter Bedingungen zusammenleben. Große Buntbarsche, gezielte Jäger und Fühlerzupfer sind ungünstig. Direkt nach der Häutung ist auch ein großes Tier weniger geschützt. Larven sind ebenfalls fraßgefährdet; ein fischloses Süßwasserbecken löst jedoch ihre Salzwasseranforderung nicht. Verstecke und getrennt erreichbares Futter sichern. Tatsächliches Verhalten statt nur den Ruf einer Fischart beurteilen.

Vergesellschaftung mit Wirbellosen

Mit Neocaridina entsteht keine automatische Hybridkolonie, wohl aber Futterkonkurrenz. Kleine Garnelen brauchen feine Rückzugsräume und verteilte Futterplätze. Friedliche Schnecken können bei passenden Wasserwerten und Aufwuchs dazupassen. Fächergarnelen benötigen eine andere Futterführung: Partikel müssen mit der Strömung ankommen. Zwergkrebse bleiben rund um Häutungen und bei nächtlichen Begegnungen riskant. Zwei als friedlich bezeichnete Arten sind deshalb nicht automatisch kompatibel.

Panzer, Gehäuse und Mineralien

Beim Häuten wird der Panzer erneuert und ist zunächst weich. Geschützte Spalten und Pflanzen sind dann wertvoll. Eine leere Hülle ist normalerweise kein Grund zur Sorge. Wasser und geeignete Nahrung liefern Mineralien; zusätzliche Pulver oder Tropfen sind nicht automatisch nötig. Bei wiederkehrenden Problemen Änderungen, Ernährung und Bedingungen untersuchen. Niemals versuchen, eine Garnele aus ihrer alten Hülle zu ziehen.

Mögliche Probleme

Bei plötzlichen Verlusten Temperatur, Sauerstoff und Wasserqualität kontrollieren sowie neue Zugaben notieren. Frisch eingerichtete Becken haben oft zu wenig Futterflächen. Fischmedikamente, Schnecken- und Algenmittel sind nicht automatisch sicher. Besonders bei kupferhaltigen Behandlungen die Anwendung prüfen. Farbwechsel oder kurze Ruhephasen sind keine Diagnose. Anhaltende Probleme erfordern sachkundige Hilfe statt mehrerer gleichzeitiger Behandlungen.

Quellen & Prüfung

Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.

Verwendete Quellen anzeigen