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Haltungsratgeber · Süßwassergarnelen

Red-Cherry-Garnele

Neocaridina davidi

Red-Cherry-Garnele — Neocaridina davidi — Rote Zuchtform von Neocaridina davidi.
Rote Zuchtform von Neocaridina davidi. Foto: DirkBlankenhaus · Quelle · CC BY-SA 3.0Verkleinert und komprimiert; kein Beschnitt oder Farbänderungen.

Die Red-Cherry-Garnele ist ein kleiner Süßwasserbewohner, der Pflanzen und andere Oberflächen ständig nach Nahrung absucht. Die bekannte rote Farbe ist eine Zuchtform von Neocaridina davidi; dieselbe Art wird auch in anderen Farben gehalten. Sie braucht eigene Pflege und ersetzt keine Aquarienwartung. Ein eingefahrenes Becken, Aufwuchs und stabile Wasserwerte sind wichtiger als viele Zusätze. Für eine sichtbare, sich vermehrende Kolonie ist ein Artenbecken die einfachste Wahl. Im Gesellschaftsaquarium können Erwachsene überleben, während fast alle Jungtiere gefressen werden. Die Kombinationskarten unterscheiden diese Risiken ausdrücklich.

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Auf einen Blick

Temperatur
20–24 °C
pH
6,5–7,5
GH
6–15 °dGH
KH
4–10 °dKH
Schwierigkeit
Einfach
Ernährung
Allesfresser
Pflanzenverträglichkeit
Ja
Mindestvolumen des Aquariums
Ab 30 L
Endgröße
Etwa 2–3 cm
Gruppengröße
Ab 10 Tiere
Schwimmzone
Boden
Verhalten
Friedlich
Deckung
Geeignete Pflanzen, Holz

Zahlen sind vorsichtige Pflegehinweise, keine vollständige Besatzberechnung. Fehlende Werte sind nicht ausreichend belegt. Einrichtung, Wasser und Paarbedingungen gemeinsam beachten.

Über diese Art

Adulte Tiere werden meist etwa zwei bis drei Zentimeter lang. Weibchen sind häufig kräftiger und intensiver gefärbt; die Farbe allein bestimmt das Geschlecht jedoch nicht. Ein Eifleck hinter dem Kopf und später Eier unter dem Hinterleib gehören zur normalen Fortpflanzung. Red Cherry, Sakura und Fire Red bezeichnen Handelsselektionen, keine getrennten Arten. Neocaridina heteropoda ist ein älterer Name auf manchen Etiketten und Fotos. Das Bild zeigt eine rote Zuchtform; eine unbekannte rote Garnele ist allein dadurch nicht sicher bestimmt.

Natürlicher Lebensraum

Die Art stammt aus Ostasien und wurde auch außerhalb ihres ursprünglichen Gebiets angesiedelt. Die kräftig rote Aquarienform stellt kein eigenes Naturbiotop dar. Praktisch wichtig sind bewachsene Oberflächen, kleine Rückzugsräume und dauerhaft verfügbare Weideflächen. Ein kahles Becken mit Futterschale erfüllt diese Funktionen nicht. Holz, Moos und ältere Pflanzenblätter bieten unterschiedliche Nahrungsplätze. Aquarientiere niemals in Teiche, Bäche oder andere Gewässer aussetzen.

Aquarium und Einrichtung

Für den Beginn sind mindestens etwa 30 Liter und ungefähr zehn Tiere sinnvoll. Das ist eine praktische Wahl für Garnelen und Wasserstabilität, keine Freigabe für einen zusätzlichen Fischschwarm. Filteransaugungen sichern oder einen Schwammfilter verwenden. Zwischen Moospolstern eine einsehbare Futterstelle freihalten. Holz standsicher platzieren und Wartungsraum lassen. Eine passende Abdeckung vermindert Fluchtmöglichkeiten. Bei neuen Pflanzen die Garnelenverträglichkeit prüfen; kurzes Abspülen beweist nach unbekannter Behandlung keine Sicherheit.

Wasserwerte

Etwa 20–24 °C sind ein mäßig warmer Ausgangspunkt. Diese Art verträgt gewöhnlich mehr Mineralien als Bienengarnelen, doch Toleranz rechtfertigt keine Schwankungen. pH, GH und KH im Becken und Wechselwasser messen und nach den Zuchtbedingungen fragen. Die Übersicht nennt einen Pflegebereich. Keinem exakten TDS-Wert nachjagen: Leitfähigkeit zeigt nicht, welche Stoffe gelöst sind. Wechselwasser sorgfältig angleichen und Ursachen prüfen, bevor mehrere Korrekturmittel eingesetzt werden.

Verhalten und Gruppengröße

Die Gruppe weidet verteilt auf Pflanzen, Holz und Boden, ohne einen Schwarm zu bilden. Verstecken nach dem Umsetzen kann Eingewöhnung sein; trotzdem kontrollieren, ob Fische jagen oder Futter blockieren. Bei reichlicher Ernährung kann die Kolonie rasch wachsen. Tierzahl, Weidefläche und Belastung gemeinsam beurteilen. Jungtiere sitzen leicht in Moos, Schwämmen und abgeschnittenen Stängeln. Abgesaugtes Wasser vor dem Wegschütten kontrollieren.

Ernährung

Biofilm umfasst mehr als sichtbare Algen und ist ein wichtiger Teil der Nahrung. Ergänzend kleine Portionen geeigneten Alleinfutters für Garnelen geben, bevor alle Flächen kahl sind. Futter verteilen, damit kein großes Tier alles besetzt. Geeignetes unbelastetes Laub schafft Weideflächen, ist aber weder vollständige Ernährung noch obligatorisches Wasserpflegemittel. Nicht gefressene Ergänzungen rechtzeitig entfernen. Die Fütterung an Kolonie und Aufwuchs anpassen, nicht ausschließlich an einen festen Verpackungsplan.

Zucht

Nach der Paarung trägt das Weibchen die Eier unter dem Hinterleib. Die Entwicklung dauert mehrere Wochen und hängt unter anderem von der Temperatur ab; ein festes Datum oder garantierte Jungtierzahl ist nicht sinnvoll. Kleine selbstständig weidende Garnelen schlüpfen ohne Salzwasserphase. Feine Verstecke, sichere Filter und erreichbarer Aufwuchs sind entscheidend. Farbformen nur mischen, wenn die Erhaltung einer Linie unwichtig ist: Nachkommen behalten nicht automatisch die Farbqualität beider Eltern.

Vergesellschaftung mit Fischen

Kleine Salmler können Erwachsene in Ruhe lassen und trotzdem frisch geschlüpfte Garnelen fressen. Auch kleine Bodenfische machen ein Becken nicht automatisch jungtiersicher. Kampffische und größere Buntbarsche können zusätzlich adulte Tiere gefährden. Vorher zwischen Gesellschaftsbecken und Zuchtkolonie entscheiden. Moos vermindert Begegnungen, garantiert aber keinen Schutz. Eine Kombination beenden, wenn Tiere ständig verschwinden oder nicht ruhig fressen können. Temperatur- und pH-Überschneidung allein reichen nicht.

Vergesellschaftung mit Wirbellosen

Friedliche Schnecken können bei passenden Wasserwerten und ausreichender Nahrung geeignete Nachbarn sein. Amanogarnelen tragen Futter weg; mehrere Futterstellen schaffen und kleine Tiere beobachten. Zwergkrebse sind wegen ihrer Scheren und der empfindlichen Häutungsphase keine selbstverständlichen Partner. Neocaridina-Farbformen gehören derselben Art an und können sich vermischen. Weichwasser-Caridina verlangen eine echte Prüfung der Wasseransprüche statt eines für beide ungünstigen Kompromisses.

Panzer, Gehäuse und Mineralien

Nach der Häutung ist der neue Panzer zunächst weich. Eine durchsichtige leere Hülle ist daher nicht automatisch ein totes Tier. Die Garnele zwischen Pflanzen oder Holz ungestört aushärten lassen. Mineralien werden über Wasser und Nahrung aufgenommen; nach einer einzelnen misslungenen Häutung nicht einfach Calcium zugeben. Zuerst GH, Temperatur, Wasserqualität und jüngste Änderungen prüfen. Niemals an einer festsitzenden Hülle ziehen. Wiederholte Verluste benötigen fachkundige Beurteilung.

Mögliche Probleme

Plötzliche Unruhe nach einem Wasserwechsel, mehrere Tiere oben oder Todesfälle verlangen rasche Kontrolle von Wasserqualität und Sauerstoff. Ursachen untersuchen und bei anhaltenden Problemen Hilfe suchen. Vor Medikamenten, Algenmitteln oder Zusätzen die Eignung für Garnelen prüfen; kupferhaltige Behandlungen können besonders problematisch sein. Die Etikettfarbe sagt nichts über eine sichere Dosierung. Dieser Ratgeber stellt keine Diagnose und verordnet keine Behandlung.

Quellen & Prüfung

Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.

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