Zum Inhalt
Lerne deine Bewohner kennen. Ihre Bedürfnisse stehen zuerst.
aquariumwebshop
Haltungsratgeber · Süßwasser · Fische

Honiggurami

Trichogaster chuna

Honiggurami — Trichogaster chuna
Foto: Antoondommerholt at Dutch Wikipedia · Quelle · CC BY-SA 3.0Verkleinert und komprimiert; kein Beschnitt oder Farbänderungen.

Der Honiggurami, Trichogaster chuna, ist ein kleiner Labyrinthfisch mit ruhigem Erkundungsverhalten und warmen Farben erwachsener Männchen. Während der Balz kann die Kehle stark nachdunkeln. Er ist ein attraktiver Bewohner bepflanzter Aquarien, kommt aber zwischen viel größeren und hektischen Mitbewohnern nicht selbstverständlich zurecht. Geschützte obere Bereiche, ruhige Futterplätze und Zugang zur Luft sind wesentlich. Im Handel wird der Name Honiggurami außerdem gelegentlich für andere, größer werdende Arten verwendet. Prüfen Sie deshalb die tatsächliche Art, bevor Sie deren geringe Endgröße in Ihre Planung übernehmen. Dieser Ratgeber behandelt den echten Trichogaster chuna. Wir wählen eine großzügig untergebrachte kleine Gruppe mit übersichtlicher Strukturierung und bewerten Mitbewohner besonders nach Ruhe, Futterkonkurrenz und Platz an der Wasseroberfläche.

Aquarium planen →

Auf einen Blick

Temperatur
24–26 °C
pH
6,0–7,5
GH
4–12 °dGH
Aquariumlänge
Ab 80 cm
Endgröße
Etwa 5,5 cm
Gruppengröße
Ab 4 Tiere
Schwimmzone
Oberfläche, Mitte
Verhalten
Territorial
Deckung
Pflanzen und geschützte Bereiche
Hauptfutter
Feines Flockenfutter
Ergänzungsfutter
Lebendfutter, Frostfutter, Fein zerkleinertes getrocknetes Naturfutter

Für die hier gewählte kleine Gruppe aus vier Tieren empfehlen wir mindestens achtzig Zentimeter Länge, bei Mitbewohnern lieber hundert Zentimeter. Empfehlungen für ein Paar nennen mitunter sechzig Zentimeter. Daraus folgt nicht, dass mehrere Männchen mit getrennten Oberflächenbereichen dort ausreichend Platz haben.

Über diese Art

Die Art bleibt klein; eine Fachangabe nennt ungefähr fünfeinhalb Zentimeter Standardlänge ohne Schwanzflosse. Weibchen sind häufig weniger intensiv gefärbt und können einen dunklen Längsstreifen zeigen. Bei der natürlichen Farbform entwickelt das balzende Männchen eine dunkle Kehle und Bauchseite. Die Zeichnung gezüchteter Farbformen kann davon abweichen.

Ein gelber oder orangefarbener Fisch ist nicht automatisch ein Honiggurami. Besonders der größere Dicklippige Fadenfisch, Trichogaster labiosa, wird unter verwirrenden Handelsnamen angeboten. Lassen Sie die Art bestätigen und berücksichtigen Sie Herkunft und erwachsenen Körperbau. Ältere Namen wie Colisa chuna und Colisa sota bezeichnen in den verwendeten Quellen diesen Honiggurami und gehören nicht als zusätzliche Arten in die Datenbank.

Natürlicher Lebensraum

Die Art ist aus dem Ganges- und Brahmaputragebiet Indiens und Bangladeschs mit weiteren regionalen Nachweisen bekannt. Ruhige, stark bewachsene Tieflandgewässer sind wichtige Lebensräume. Jahreszeitliche Veränderungen beeinflussen dort Wasserstand und Bedingungen; im Wohnzimmer müssen solche Schwankungen jedoch nicht absichtlich nachgestellt werden.

Pflanzen bis nahe zur Oberfläche schaffen einen geschützten Übergang zwischen Deckung und Atmung. Die fadenförmigen Bauchflossen helfen bei der Erkundung. Bieten Sie ruhige Wege zwischen Pflanzen, ohne dass der Fisch ständig das Revier eines durchsetzungsstärkeren Bewohners kreuzen muss. Das Labyrinthorgan rechtfertigt kein ungefiltertes Becken: Luftatmung ersetzt weder sauberes Wasser noch ein eingefahrenes biologisches System.

Aquarium und Einrichtung

Für die hier gewählte kleine Gruppe aus vier Tieren empfehlen wir mindestens achtzig Zentimeter Länge, bei Mitbewohnern lieber hundert Zentimeter. Empfehlungen für ein Paar nennen mitunter sechzig Zentimeter. Daraus folgt nicht, dass mehrere Männchen mit getrennten Oberflächenbereichen dort ausreichend Platz haben.

Schaffen Sie mehrere bepflanzte Zonen mit Deckung im oberen Bereich. Schwimmpflanzen helfen, doch freie Stellen zum Luftnehmen bleiben nötig. Leiten Sie den Auslass an einer Wand entlang oder verteilen Sie ihn, damit nicht die gesamte Oberfläche stark bewegt wird. Lassen Sie unter der Abdeckung eine warme feuchte Luftschicht mit normaler Belüftung bestehen. Verschließen Sie das Aquarium nicht luftdicht. Auch das scheueste Tier braucht einen sicheren Weg nach oben.

Wasserwerte

Der Haltungsbereich beträgt 24–26 °C, pH 6–7,5 und GH 4–12. Er liegt innerhalb weiter gefasster Quellenangaben und bietet einen gemäßigten Ausgangspunkt für nachgezüchtete Honigguramis. Fragen Sie bei abweichendem Wasser nach den bisherigen Aufzuchtbedingungen, statt die Tiere abrupt auf einen Tabellenwert umzustellen.

Schwache Strömung bedeutet nicht, dass Abfälle liegen bleiben dürfen. Prüfen Sie Ammonium und Nitrit, begrenzen Sie Nitrat und entfernen Sie absterbende Pflanzen. Bei fast geschlossener Oberfläche müssen sowohl Licht für Unterwasserpflanzen als auch Luftzugang geprüft werden. Gelegentliches Luftnehmen gehört zur Art; dauerhaftes Schnappen oder plötzlich verändertes Verhalten verlangt dagegen eine Untersuchung von Wasserqualität und Gesundheit.

Verhalten und Gruppengröße

Honigguramis sind keine engen Schwarmfische. Quellen unterscheiden sich bei Einzel-, Paar- und Gruppenhaltung. Eine gut eingerichtete Gruppe ermöglicht soziale Kontakte, braucht aber mehr Platz und Dominanzkontrolle. Bei vier Tieren ist eine weibchenreiche Zusammensetzung einer Sammlung auffällig gefärbter Männchen vorzuziehen.

Auch dominante Weibchen können andere Tiere verdrängen. Verteilen Sie deshalb Deckung und Futterstellen. Kleine ruhige Bärblinge und passende Bodenfische sind bessere Kandidaten als Sumatrabarben, hektische Schwertträger oder konkurrierende territoriale Labyrinthfische. Ein Männchen am Schaumnest kann energischer werden. Junge Garnelen sind nicht deshalb sicher, weil erwachsene Fische friedlich behandelt werden. Bewerten Sie jede Kombination für das konkrete Becken und halten Sie eine Ausweichunterkunft bereit.

Ernährung

Das kleine Maul und die ruhige Futteraufnahme verlangen feine Nahrung. In der Natur spielen kleine Wirbellose eine Rolle. Im Aquarium eignet sich ein passendes feines Alleinfutter mit Ergänzungen aus kleinen Lebend- oder Frostfutterorganismen. Prüfen Sie besonders bei schnelleren Mitbewohnern, ob tatsächlich gefressen wird.

Etwas Futter in der Deckung anzubieten kann helfen, ohne das ganze Aquarium stärker zu belasten. Zerkleinern Sie geeignete Flocken bei Bedarf. Kleine langsam sinkende Partikel dürfen nicht sofort außer Reichweite geraten. Getrocknete Wasserflöhe sind Ergänzung, kein vollständiges Hauptfutter. Einfach Futter einzustreuen und auf spätere Reste für scheue Tiere zu hoffen reicht nicht aus. Beurteilen Sie Bauchform und Aktivität über mehrere Tage statt nur die Farbe bei einer Fütterung.

Zucht

Das Männchen baut an der Oberfläche ein Schaumnest und pflegt die Eier. Die Paarbindung während des Laichens ist vorübergehend. Danach kann das Weibchen vertrieben werden; bei gezielter Zucht erhält es deshalb eine sichere andere Unterkunft. Sanfte Filterung verhindert, dass das Nest ständig zerfällt.

Bereiten Sie sehr kleines Anfangsfutter vor dem Nachwuchs vor. Frisch frei schwimmende Larven können nicht automatisch Erwachsenenfutter oder jede Artemiaportion bewältigen. Entfernen Sie das Männchen nach seiner Pflegephase, wenn die Jungen frei schwimmen. Unter einer belüfteten Abdeckung bleibt warme feuchte Luft erhalten, während sich das Labyrinthorgan entwickelt. Kleine vorsichtige Wasserwechsel und sichere Filterung sind wichtiger als ein erzwungener Zeitplan für möglichst viele Eier.

Quellen & Prüfung

Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.

Verwendete Quellen anzeigen