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Haltungsratgeber · Süßwasser · Fische

Endler-Guppy

Poecilia wingei

Endler-Guppy — Poecilia wingei
Foto: Dgrummon · Quelle · CC BY-SA 4.0Verkleinert und komprimiert; kein Beschnitt oder Farbänderungen.

Der Endler-Guppy, Poecilia wingei, ist ein kleiner lebendgebärender Fisch, dessen Männchen mit auffälligen Farbflecken durch das Aquarium ziehen. Seine geringe Größe macht ihn für ein gut eingerichtetes kleineres Becken interessant, nicht jedoch für ein einsames Leben in einer Vase. Die Tiere sind aktiv, zeigen viele soziale Interaktionen und vermehren sich rasch. Eine Gruppe kann deshalb schneller wachsen, als Einsteiger erwarten. Außerdem ist nicht jeder als Endler verkaufte Fisch ein reiner Poecilia wingei: Kreuzungen mit gewöhnlichen Guppys sind verbreitet. Eine dokumentierte Wildlinie ist keine Voraussetzung für Freude an einer gesunden Aquariengruppe. Wer einen bestimmten Stamm erhalten und weitergeben möchte, benötigt aber verlässliche Herkunftsangaben. Stimmen Sie Einrichtung und Pflege auf die gesamte Gruppe einschließlich der größeren Weibchen und möglicher Jungfische ab.

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Auf einen Blick

Temperatur
24–27 °C
pH
7,0–8,0
GH
15–25 °dGH
Aquariumlänge
Ab 60 cm
Endgröße
Etwa 4,5 cm
Gruppengröße
Ab 6 Tiere
Schwimmzone
Oberfläche, Mitte
Verhalten
Friedlich
Deckung
Pflanzen und geschützte Bereiche
Hauptfutter
Feines Flockenfutter
Ergänzungsfutter
Lebendfutter, Frostfutter, Fein zerkleinertes getrocknetes Naturfutter

Wir empfehlen mindestens sechzig Zentimeter Länge für eine kleine Gruppe, für eine wachsende Kolonie lieber achtzig Zentimeter. Manche Halter nutzen kleinere Becken. Unsere Wahl berücksichtigt die größeren Weibchen, die ständige Bewegung und späteren Nachwuchs. Ein biologisches Mindestvolumen wird nicht aus einer beliebigen Höhe errechnet.

Über diese Art

Männchen bleiben meist bei ungefähr zweieinhalb Zentimetern und können scharf begrenzte grüne, orange und schwarze Farbflächen tragen. Weibchen sind unscheinbarer und erreichen etwa viereinhalb Zentimeter. Eine Übersicht mit ausschließlich der kleinen Männchengröße unterschätzt somit den späteren Bestand.

Die Art ist wissenschaftlich von Poecilia reticulata abgegrenzt. Dass fruchtbare Hybriden entstehen können, macht daraus nicht dieselbe Art. Farbe allein beweist jedoch nicht, dass ein Handelstier ungekreuzt ist. Fragen Sie bei einer bestimmten Campoma- oder anderen Fundortlinie nach den Aufzeichnungen des Züchters. Führen Sie Linienname und Artname getrennt und mischen Sie unbekannte Tiere nicht in einen dokumentierten Stamm. Ein attraktiver Hybrid kann ehrlich als solcher gehalten werden, ohne ihm eine erfundene Abstammung zuzuschreiben.

Natürlicher Lebensraum

Die natürliche Herkunft liegt im nordöstlichen Venezuela, unter anderem in den Gebieten von Campoma und Cumaná. Fundortbeschreibungen und Populationsbeobachtungen bilden die Grundlage dieser Zuordnung. Berichte über eine bekannte Lagune gelten nicht automatisch für das gesamte Verbreitungsgebiet oder den heutigen Zustand sämtlicher Populationen.

Für die praktische Einrichtung eignen sich bepflanzte Ränder, Flächen zur Nahrungssuche und ruhigere Wasserbereiche. Ein klares Pflanzenaquarium muss einem trüben Fundort nicht genau gleichen, um seine Funktionen zu erfüllen. Lassen Sie Biofilm auf geeigneten Oberflächen bestehen und füttern Sie trotzdem gezielt. Nicht jede passende Aquarienpflanze kommt nachweislich gemeinsam mit Endlern vor: Funktionale Deckung und ein belegter gemeinsamer Fundort sind verschiedene Dinge.

Aquarium und Einrichtung

Wir empfehlen mindestens sechzig Zentimeter Länge für eine kleine Gruppe, für eine wachsende Kolonie lieber achtzig Zentimeter. Manche Halter nutzen kleinere Becken. Unsere Wahl berücksichtigt die größeren Weibchen, die ständige Bewegung und späteren Nachwuchs. Ein biologisches Mindestvolumen wird nicht aus einer beliebigen Höhe errechnet.

Setzen Sie feine Pflanzen an die Seiten und lassen Sie mehrere freie Durchgänge. Eine dichte Pflanzenwand im ganzen Becken erschwert Beobachtung und gezieltes Füttern; eine kahle Mitte ohne Ausweichwege ist ebenfalls ungünstig. Ein Schwamm am Filtereinlass schützt Jungtiere. Sorgen Sie für Wasserbewegung, ohne das gesamte Aquarium einer starken Strömung auszusetzen. Prüfen Sie abgeschnittene Pflanzen auf kleine Fische, damit keine Tiere versehentlich entsorgt werden.

Wasserwerte

Als praktischen Haltungsbereich verwenden wir 24–27 °C, pH 7–8 und GH 15–25. Quellen und Züchter beschreiben weitere Toleranzen, die jedoch keine ständig wechselnden Bedingungen rechtfertigen. Der gewählte Bereich zielt auf eine stabile, mineralreiche Süßwasserumgebung und nicht auf die Nachbildung jedes gemeldeten Fundortes.

Prüfen Sie vorab Ihr Leitungswasser und die Bedingungen beim Züchter. Sehr weiches Wasser erfordert ein durchdachtes Vorgehen statt blinder Zusätze. Gewöhnliches Salz ist nicht dasselbe wie Calcium- und Magnesiumhärte. Bei wachsendem Bestand können Nitrat und organische Belastung ansteigen, bevor das Wasser schmutzig aussieht. Richten Sie die Pflege von Filter und Becken deshalb nach Messwerten und Tierzahl, nicht nur nach der Klarheit.

Verhalten und Gruppengröße

Beginnen Sie mit mindestens sechs Tieren und wählen Sie bei gemischter Haltung mehr Weibchen als Männchen. Ungefähr zwei bis drei Weibchen je Männchen sind ein brauchbarer Start, aber keine Ruhegarantie für jedes Tier. Balz, Imponieren und Nahrungssuche prägen den Alltag.

Untersuchungen an wilden Endlern beschreiben ein eigenes soziales Muster; die Art ist deshalb nicht bloß eine kleine Kopie des Guppys. Beobachten Sie, ob alle Tiere fressen und ruhen können. Kleine Männchen sind durch größere Räuber gefährdet, während winzige Garnelen selbst gefressen werden können. Auch eine ruhige Art kann wegen ihrer Weichwasseransprüche oder erheblich größeren Endgröße ungeeignet sein. Guppys sind bei gewünschter Linienerhaltung abzuraten, selbst wenn keine Kämpfe stattfinden.

Ernährung

Ein kleines Maul benötigt wirklich feines Futter. Wählen Sie Alleinfutter für kleine Allesfresser und zerkleinern Sie Flocken bei Bedarf. Kleine langsam sinkende Partikel verteilen sich im Wasser. Prüfen Sie, ob sie aufgenommen werden, bevor alles zwischen Pflanzen verschwindet. Pflanzliche Bestandteile passen zur Ernährung, doch ausschließliches Algenweiden ergibt kein vollständiges Menü.

Kleine lebende oder gefrorene Organismen und ein geeignetes getrocknetes Ergänzungsfutter bieten Abwechslung. Große harte Körner bleiben ungeeignet, auch wenn die Verpackung alle tropischen Fische nennt. Verteilen Sie für Jungtiere feinere Portionen an erreichbaren Stellen und entfernen Sie Überschüsse. Eine wachsende Kolonie sollte nicht durch immer größere unkontrollierte Futterwolken versorgt werden. Ziel sind ein guter Körperzustand und gleichmäßiger Zugang, nicht möglichst viele Geburten.

Zucht

Endler sind lebendgebärend: Nach innerer Befruchtung erscheinen frei schwimmende Jungfische. Ein besonderer Eiablageplatz ist nicht nötig. In einem bepflanzten Aquarium können Junge überleben, doch die Eltern sind nicht grundsätzlich ungefährlich. Aktive Brutpflege leisten sie ebenfalls nicht.

Zur Stammerhaltung werden unterschiedliche Linien und gewöhnliche Guppys getrennt gehalten und neue Tiere mit Herkunft dokumentiert. Planen Sie ausreichend Aufzuchtraum, bevor die Kolonie stark wächst. Neugeborene können geeignetes kleines Futter aufnehmen, brauchen aber saubere Bedingungen und einen geschützten Filtereinlass. Ein eigenes eingefahrenes Aquarium ist für längere Aufzucht besser als ein enger Netzkasten. Suchen Sie rechtzeitig verantwortungsvolle neue Halter; die Vermehrung darf weder Überbesatz noch Aussetzen in Freigewässer verursachen.

Quellen & Prüfung

Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.

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