Bitterlingsbarbe
Rohanella titteya

Die Bitterlingsbarbe, Rohanella titteya, ist ein kleiner Fisch aus Sri Lanka, dessen Männchen sich tiefrot färben können. Im Handel und in älteren Büchern steht häufig noch Puntius titteya. Die Art ist ruhiger als die bekannte Sumatrabarbe und passt deshalb besser in viele bepflanzte Gesellschaftsaquarien. Erwarte keinen Schwarm, der den ganzen Tag geschlossen umherzieht: Die Tiere schätzen Gesellschaft, doch Männchen zeigen sich auch an eigenen Plätzen zwischen den Pflanzen. Eine Gruppe mit Ausweichmöglichkeiten funktioniert besser als ein einzelnes Paar im kahlen Becken. Die hübschen roten Männchen sind kein Grund, nur nach Farbe auszuwählen; Weibchen und weniger dominante Tiere brauchen ebenfalls Platz und Futter. Gemäßigte Temperaturen, feines Alleinfutter und ruhige Mitbewohner machen die Art interessant für die Beobachtung ihres Sozialverhaltens.
Aquarium planen →Auf einen Blick
- Temperatur
- 22–25 °C
- pH
- 6,0–7,5
- GH
- 5–15 °dGH
- Aquariumlänge
- Ab 60 cm
- Endgröße
- Etwa 5 cm
- Gruppengröße
- Ab 8 Tiere
- Schwimmzone
- Mitte, Boden
- Verhalten
- Friedlich
- Deckung
- Pflanzen und geschützte Bereiche
- Hauptfutter
- Feines Flockenfutter, Feines Granulat
- Ergänzungsfutter
- Lebendfutter, Frostfutter, Fein zerkleinertes getrocknetes Naturfutter
Verwende mindestens sechzig Zentimeter Länge für eine gut strukturierte Gruppe von acht oder mehr Tieren. Achtzig Zentimeter oder mehr sind bei mehreren Männchen oder zusätzlichen Arten günstiger. Eine größere Gruppe braucht auch mehr verteilte Deckung; zusätzliche Höhe über derselben kleinen Bodenfläche hilft gegen Verfolgungen wenig.
Über diese Art
Die schlanke Körperform unterscheidet sich deutlich von der hochrückigen Sumatrabarbe. Ein dunkler Längsstreifen ist besonders bei Weibchen und weniger intensiv gefärbten Tieren sichtbar. Für ausgewachsene Bitterlingsbarben rechnen wir mit ungefähr fünf Zentimetern. Männchen werden kräftiger rot, während Weibchen meist bräunlicher und fülliger bleiben.
Der neue Gattungsname Rohanella beruht auf taxonomischer Forschung. Der alte Name bleibt als Suchsynonym nützlich und bezeichnet keine zweite Aquarienart. Es gibt verschiedene Zuchtformen mit abweichenden Farben und Flossen. Ein Foto davon belegt keine genaue Herkunft aus einem Wildbestand. Frage nach der Zuchtherkunft und wähle Tiere mit normaler Haltung und aktiver Futteraufnahme.
Natürlicher Lebensraum
Die natürliche Herkunft liegt im Südwesten Sri Lankas, unter anderem im Bereich der Kelani- und Nilwala-Einzugsgebiete. Beschattete Bäche mit feinem Bodengrund, Steinen und organischem Material sind wichtige Lebensräume. Deckung kann von überhängender Ufervegetation stammen; das Wasser muss nicht voller Unterwasserpflanzen sein.
Im Aquarium dürfen Pflanzen selbstverständlich Ruheplätze und Sichtbarrieren schaffen. Eine zweckmäßig bepflanzte Einrichtung ist lediglich nicht automatisch ein exaktes Biotop. Cryptocorynen aus Sri Lanka sind gute Deckungspflanzen, doch das Herkunftsland beweist kein gemeinsames Vorkommen am selben Fundort. Kombiniere weichen Bodengrund und einige abgerundete Strukturen mit offenen Futterflächen. Lasse zwischen den Pflanzen mehrere Fluchtwege frei.
Aquarium und Einrichtung
Verwende mindestens sechzig Zentimeter Länge für eine gut strukturierte Gruppe von acht oder mehr Tieren. Achtzig Zentimeter oder mehr sind bei mehreren Männchen oder zusätzlichen Arten günstiger. Eine größere Gruppe braucht auch mehr verteilte Deckung; zusätzliche Höhe über derselben kleinen Bodenfläche hilft gegen Verfolgungen wenig.
Ordne Pflanzen in getrennten Gruppen an und unterbrich lange Sichtachsen. Niedrige Verstecke, höhere Stängel und etwas Schatten schaffen unterschiedliche Aufenthaltsorte. Vermeide nur ein einziges dichtes Pflanzenbüschel, in dem sich alle untergeordneten Tiere sammeln. Die Filterung soll sauberes Wasser gewährleisten, ohne überall starke Strömung zu erzeugen. Decke das Becken ab, halte die Umgebung beim Einsetzen ruhig und kontrolliere, ob jedes Tier freie Bereiche nutzt.
Wasserwerte
Der gewählte Haltungsbereich beträgt 22–25 °C, pH 6–7,5 und GH 5–15. Veröffentlichte Empfehlungen reichen weiter, und viele Handelstiere sind unterschiedliche Wasserbedingungen gewohnt. Für die tägliche Pflege wählen wir gemäßigte, stabile Verhältnisse statt eines Extremwerts.
Die Herkunft von einer tropischen Insel bedeutet nicht, dass möglichst stark geheizt werden soll. Miss die tatsächliche Temperatur und vergleiche das Wasser mit dem des Anbieters. Halte Ammonium und Nitrit unter der Nachweisgrenze, verfolge Nitrat und entferne Abfälle zwischen niedrigen Pflanzen. Regelmäßige, zum Besatz passende Wasserwechsel sind nützlicher als ständige pH-Korrekturen. Ändere die Zusammensetzung langsam, wenn dafür ein konkreter Grund besteht.
Verhalten und Gruppengröße
Mindestens acht Tiere bieten mehr soziale Möglichkeiten als wenige Einzelfische. Männchen können kleine Bereiche verteidigen und einander imponieren, besonders während der Fortpflanzung. Das unterscheidet sich vom dauerhaften Flossenzupfen mancher anderer Barben. Trotzdem müssen untergeordnete Tiere ausweichen und weiter fressen können.
Wähle nicht allein wegen der Farbe eine stark männlich dominierte Gruppe. Beobachte, wie sich Aufmerksamkeit verteilt, und biete mehrere Rückzugsplätze; ein festes Geschlechterverhältnis garantiert keine Belästigungsfreiheit. Ruhige Salmler, Bärblinge und passende Bodenfische kommen infrage, wenn Wasser und Platz stimmen. Sehr lebhafte Fische oder größere Räuber sind ungünstig. Kleine Garnelen und Fischlarven können gefressen werden, auch wenn die Erwachsenen friedlich zusammenleben.
Ernährung
Bitterlingsbarben sind Allesfresser und nutzen tierisches wie pflanzliches Material. Ein feines Alleinfutter mit passender Zusammensetzung bildet die Grundlage. Kleine Flocken oder geeignetes Granulat können funktionieren; prüfe die Aufnahme und zerkleinere bei Bedarf. Eine rote Verpackung ist weniger wichtig als Nährstoffversorgung und Teilchengröße.
Kleine Lebend- oder Frostfuttertiere bringen Abwechslung. Getrocknete Wasserflöhe sind eine Ergänzung, kein vollständiges Hauptfutter. Verteile die Portion entlang verschiedener Pflanzenränder, damit kein dominantes Tier alles abfängt. Ein versteckter Fisch darf nicht auf alte Bodenreste angewiesen sein. Überfütterung zur Farb- oder Zuchtförderung belastet das Wasser und ersetzt keine ausgewogene Ernährung.
Zucht
Die Art legt haftende Eier zwischen Pflanzen oder anderem feinem Material ab und betreibt keine Brutpflege. Ein eigenes Zuchtbecken ermöglicht das Entfernen der Eltern nach dem Ablaichen und vermindert Laichfraß. Gesunde Elterntiere und vorbereitete Aufzuchtbedingungen sind wichtiger als eine möglichst hohe Eizahl.
Erwachsene Weibchen sind meist voller; Männchen können während der Balz intensiv rot werden. Ein nicht beteiligtes Weibchen muss der Balz ausweichen können. Die ersten Jungfische brauchen sehr kleine Futterorganismen, später wird die Futtergröße schrittweise gesteigert. Nutze sanfte Filterung, die keine Larven einsaugt, und entferne Futterreste sorgfältig. Die Art ist gut für erste Zuchterfahrungen geeignet, doch auch hier muss vorher geklärt sein, wohin die Jungfische kommen.
Quellen & Prüfung
Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.
Verwendete Quellen anzeigen
- Sudasinghe et al. / Scientific Reports (2023) — Biogeography and evolutionary history of Puntius sensu lato in Sri Lanka
- Seriously Fish — Cherry barb — Puntius titteya (synonym)
- Practical Fishkeeping / Tai — Cherry barb biotope and social behaviour
- Tropical Fish Hobbyist — Cherry barb care and breeding
- U.S. Fish & Wildlife Service — Cherry barb ecological summary (older taxonomy)










