Blehers Rotkopfsalmler
Petitella bleheri

Blehers Rotkopfsalmler, Petitella bleheri, fällt durch seinen roten Kopf, den silbrigen Körper und die schwarz-weiße Schwanzzeichnung auf. Eine Gruppe auf einer langen freien Schwimmstrecke wirkt eindrucksvoller als wenige Tiere in einem dicht besetzten Gesellschaftsaquarium. Die Art ist friedlich, stellt aber durchaus Ansprüche: weiches Wasser, ein biologisch stabiles Becken und passende Mitbewohner sind wichtig. Plane mindestens zehn Artgenossen und für die hier beschriebene Haltung eine Beckenlänge von wenigstens neunzig Zentimetern ein. Eine freie Schwimmbahn braucht geschützte Randbereiche. Nach dem Transport kann die Färbung vorübergehend verblassen; ein roter Kopf ersetzt jedoch keinen Wassertest. Auch kräftig gefärbte Fische benötigen eine funktionierende Filterung, ausreichend Sauerstoff und sicheren Zugang zum Futter. Wer nur einen leuchtenden Farbtupfer für ein kleines Becken sucht, sollte zunächst den verfügbaren Schwimmraum neu bewerten.
Aquarium planen →Auf einen Blick
- Temperatur
- 24–26 °C
- pH
- 6,0–6,5
- GH
- 2–4 °dGH
- Aquariumlänge
- Ab 90 cm
- Endgröße
- Etwa 5 cm
- Gruppengröße
- Ab 10 Tiere
- Schwimmzone
- Mitte
- Verhalten
- Friedlich
- Deckung
- Pflanzen und geschützte Bereiche
- Hauptfutter
- Feines Flockenfutter, Feines Granulat
- Ergänzungsfutter
- Lebendfutter, Frostfutter, Fein zerkleinertes getrocknetes Naturfutter
Für mindestens zehn Tiere setzen wir neunzig Zentimeter als Mindestlänge an; hundertzwanzig Zentimeter sind für einen größeren Schwarm oder Mitbewohner günstiger. Die Pflegequellen nennen unterschiedliche Untergrenzen. Wegen des aktiven gemeinsamen Schwimmens wählen wir hier das großzügigere Maß. Beckenhöhe ersetzt keine Schwimmstrecke. Deshalb geben wir kein daraus errechnetes biologisches Mindestvolumen an.
Über diese Art
In älteren Büchern und im Handel heißt die Art häufig Hemigrammus bleheri. Heute gehört sie zur Gattung Petitella. Verwandte Rotkopfsalmler sehen sehr ähnlich aus; bei dieser Art reicht die rote Färbung gewöhnlich hinter die Kiemendeckel. Bei Zweifeln sollten mehrere Merkmale und die Herkunft betrachtet werden, denn blasse, gestresste Verkaufstiere sind schwerer zu bestimmen. Das Verkaufsschild allein ist kein sicherer Nachweis.
Rechne mit ungefähr fünf Zentimetern Gesamtlänge. Weibchen können besonders mit Laichansatz fülliger wirken als Männchen. Bei jungen oder mageren Tieren ist der Unterschied oft undeutlich. Achte beim Kauf auf eine normale Schwimmhaltung, unbeschädigte Flossen und gut gefüllte Bäuche. Eine Gruppe mit mehreren abmagernden oder abgesonderten Tieren sollte vor einem Kauf genauer untersucht werden.
Natürlicher Lebensraum
Petitella bleheri stammt aus südamerikanischen Flusssystemen; bekannte Fundorte liegen im Negro- und Metagebiet. Beschattetes, mineralarmes Wasser ist ein wichtiger Ausgangspunkt für die Haltung. Äste, Blätter und andere Strukturen prägen Boden und Ufer. Der natürliche Lebensraum ist kein kahler, hell beleuchteter Behälter.
Gestalte im Aquarium einen Übergang von geschützten Rändern zu offenem Schwimmwasser. Eine dunkle Rückwand und überhängende Pflanzen können helfen. Laub ergänzt eine stabile Einrichtung, ersetzt sie aber nicht: Große Mengen verrottenden Materials belasten das System. Gib es schrittweise hinzu und beobachte die Wasserentwicklung. Entscheidend sind Deckung und Ruhe, nicht die möglichst genaue Braunfärbung eines Lebensraumfotos.
Aquarium und Einrichtung
Für mindestens zehn Tiere setzen wir neunzig Zentimeter als Mindestlänge an; hundertzwanzig Zentimeter sind für einen größeren Schwarm oder Mitbewohner günstiger. Die Pflegequellen nennen unterschiedliche Untergrenzen. Wegen des aktiven gemeinsamen Schwimmens wählen wir hier das großzügigere Maß. Beckenhöhe ersetzt keine Schwimmstrecke. Deshalb geben wir kein daraus errechnetes biologisches Mindestvolumen an.
Hohe Pflanzen gehören überwiegend nach hinten, während die Mitte weitgehend frei bleibt. Verteile den Filterauslauf so, dass Wasserbewegung entsteht, ohne die Fische ständig gegen einen harten Strahl schwimmen zu lassen. Decke das Becken ab und schließe mögliche Fluchtöffnungen. Lass es vor dem Besatz biologisch reifen und setze nicht gleichzeitig zahlreiche weitere Fische ein.
Wasserwerte
Der hier gewählte Haltungsbereich beträgt 24–26 °C, pH 6–6,5 und GH 2–4. Diese Weichwasserempfehlung gilt für Petitella bleheri und darf nicht automatisch auf jeden Fisch mit roter Nase übertragen werden. Größere Toleranzbereiche anderer Quellen rechtfertigen keine Haltung dieses Schwarms in hartem, alkalischem Leitungswasser.
Prüfe auch das Wechselwasser. Bei geringem Mineralgehalt kann die Pufferung schwach sein; stabile Bedingungen und gemessene Veränderungen sind deshalb wichtig. Ammonium und Nitrit sollen nicht nachweisbar sein, die Nitratentwicklung sollte verfolgt werden. Werden mehrere Fische blass, atmen schnell oder fressen nicht, prüfe zuerst Wasserqualität, Temperatur und Störungen. Behandle eine unbekannte Ursache nicht durch wahlloses Zugeben von Mitteln.
Verhalten und Gruppengröße
Diese Art braucht Gesellschaft der eigenen Art. Zehn Tiere bilden hier die Untergrenze; eine größere Gruppe ist sinnvoll, wenn Einrichtung und Gesamtbesatz es zulassen. Häufiges gemeinsames Schwimmen ist normal. Dauerhaftes Zusammenrücken unmittelbar unter der Oberfläche oder ständige Fluchtbewegungen verlangen dagegen eine Kontrolle der Bedingungen.
Wähle ruhige Mitbewohner, die weiches Wasser vertragen und kein Raubrisiko darstellen. Große Buntbarsche und ausgeprägte Flossenzupfer eignen sich nicht. Kleine Bodenfische können einen anderen Bereich nutzen, müssen aber ihr eigenes Futter erreichen. Ein zweiter größerer Schwarm benötigt zusätzliche Länge und kann Unruhe bringen. Junggarnelen sind nicht allein deshalb sicher, weil dieser Salmler gegenüber anderen Fischen friedlich ist.
Ernährung
Gib feines Alleinfutter, das im Schwimmbereich erreichbar bleibt. Kleine Flocken oder passend große, langsam sinkende Teilchen sind geeignet, wenn die Tiere sie tatsächlich schlucken. Die Bezeichnung Tropenfutter sagt wenig über die Teilchengröße aus. Zerkleinere das Futter bei Bedarf und achte darauf, ob es wiederholt ausgespuckt wird.
Ergänze die Ernährung durch kleine Lebend- oder Frostfuttertiere aus zuverlässiger Quelle. Getrocknete Wasserflöhe können der Abwechslung dienen, sind aber keine alleinige Nahrungsgrundlage. Verteile kleine Portionen entlang des Beckens. So kommen auch weniger durchsetzungsfähige Fische zum Zug, und weniger Futter verschwindet unbemerkt zwischen Pflanzen. Füttere nach einem Umsetzen zurückhaltend und beobachte Bauchumfang und Aktivität in den folgenden Tagen.
Zucht
Rotkopfsalmler sind Freilaicher ohne Brutpflege. Eine gezielte Nachzucht verlangt ein separates Becken mit sorgfältig kontrolliertem weichem Wasser, feinem Laichmaterial und Schutz vor Laichfraß. Sie ist anspruchsvoller als die tägliche Pflege eines gesunden Schwarms.
Eier und frühe Larven benötigen gedämpftes Licht und sauberes Wasser. Bereite mikroskopisch kleines Erstfutter vor Beginn eines Zuchtversuchs vor; normale Flocken sind dafür ungeeignet. Entferne die Elterntiere nach dem Ablaichen und vergrößere die Futterteilchen erst, wenn die Jungfische sie aufnehmen können. Eine erzwungene Erwärmung schreiben wir nicht vor: Zuchtempfehlungen unterscheiden sich, und extreme Wärme ist keine normale Haltungseinstellung. Ein zufälliger Jungfisch im Pflanzendickicht macht ein Gesellschaftsbecken noch nicht zu einem verlässlichen Aufzuchtsystem.
Quellen & Prüfung
Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.
Verwendete Quellen anzeigen
- LICG — Roodkopzalm — verzorging
- Seriously Fish — Petitella bleheri
- Neotropical Ichthyology / Bittencourt et al. — Phylogenetic relationships of the neon tetras and transfer to Petitella (2020)
- Eschmeyer's Catalog of Fishes — Petitella — current taxonomy
- IUCN — Petitella bleheri — assessment and identification











