Zum Inhalt
Lerne deine Bewohner kennen. Ihre Bedürfnisse stehen zuerst.
aquariumwebshop
Haltungsratgeber · Süßwasser · Fische

Ausrufezeichenbärbling

Boraras urophthalmoides

Noch kein verifiziertes Artfoto verfügbar

Der Ausrufezeichenbärbling (Boraras urophthalmoides) gehört zu den kleinsten Aquarienfischen. Der Name bezieht sich auf den dunklen Seitenstrich und den runden Fleck an der Schwanzwurzel, die zusammen an ein Ausrufezeichen erinnern. Die Art lebt in flachen, bewachsenen Feuchtgebieten Thailands, Kambodschas und Vietnams. Sie ist friedlich, aber wegen ihrer geringen Größe und ihres scheuen Wesens in einem lebhaften Gesellschaftsbecken gefährdet. Halten Sie eine eigene Gruppe in einem eingefahrenen, stabilen Aquarium, füttern Sie sehr feines Futter und vergesellschaften Sie sie nicht mit anderen Boraras-Arten, da Hybridisierung möglich ist.

Aquarium planen →

Auf einen Blick

Temperatur
20–28 °C
pH
6,0–7,0
GH
1–10 °dGH
Aquariumlänge
Ab 45 cm
Mindestvolumen des Aquariums
Ab 41 L
Endgröße
Ab 1,6 cm
Gruppengröße
Ab 8–10 Tiere
Verhalten
Friedlich

Über diese Art

Seriously Fish nennt etwa 16 mm Standardlänge; die Schwanzflosse ist nicht mitgerechnet. Ein deutlicher Seitenstreifen und ein runder dunkler Fleck am Schwanzstiel sind typisch. Die orange bis rote Färbung variiert je nach Fundort, wodurch Verwechslungen mit Boraras brigittae vorkommen können. FishBase zeigt einen abweichenden Maximalwert von 4 cm Totallänge. Da dieser stark dem artspezifischen Profil und weiteren Befunden widerspricht, wird er nicht als Pflegegröße übernommen.

Natürlicher Lebensraum

Beschrieben wurde die Art aus einem Sumpf nahe dem Sai-Buri-Fluss in der thailändischen Provinz Pattani. Nachweise gibt es außerdem aus weiteren Teilen Thailands, Kambodschas und Vietnams, auch aus Gräben und Teichen bei Angkor. Sie bewohnt flache Sümpfe, Überschwemmungsflächen, Reisfelder und Tümpel mit dichter Unterwasservegetation, meist in klarem Wasser. Während der Regenzeit kann sie zeitweise überflutete Bereiche nutzen. Sie ist daher nicht ausschließlich an Schwarzwasser-Torfmoore gebunden.

Aquarium und Einrichtung

Seriously Fish empfiehlt für eine Gruppe eine Bodenfläche von mindestens 45 × 30 cm und etwa 41 Liter. Das bietet Schwimmraum und Platz für zeitweilige Reviere der Männchen beim Laichen. Verwenden Sie dichte feinblättrige Pflanzen, Schwimmpflanzen und ruhige Rückzugsorte, lassen Sie aber freie Schwimmfläche. Die Strömung sollte sanft sein. Setzen Sie die Fische nur in ein biologisch eingefahrenes Aquarium. Bei so kleinen Fischen ist stabile Wasserqualität wichtiger als starke Strömung oder ein dichter Besatz.

Wasserwerte

Das Pflegeprofil nennt 20–28 °C, pH 6,0–7,0 und GH 1–10 dGH. Diese Werte unterscheiden sich von dem engeren Bereich, den dieselbe Fachquelle für ein separates Zuchtbecken angibt; Zuchtwerte gelten hier nicht als normale Haltungsgrenzen. Verändern Sie den pH-Wert nicht abrupt, um einen Zielwert zu erzwingen. Messen Sie regelmäßig, vermeiden Sie Ammoniak und Nitrit und halten Sie die Bedingungen stabil. Gewöhnen Sie neue Fische schrittweise an und berücksichtigen Sie Unterschiede zwischen Transport- und Aquarienwasser.

Verhalten und Gruppengröße

Die Art ist friedlich, aber sehr klein und zurückhaltend. Halten Sie mindestens 8–10 Artgenossen, damit die Tiere natürlich schwärmen und weniger scheu sein können. Ein Artenbecken ist eine sichere Wahl. Wichtig: Seriously Fish rät von der Haltung mit anderen Boraras ab, da Hybridisierung möglich ist. Trennen Sie die Arten auch dann, wenn sich die Wasserwerte überschneiden. Größere oder schnellere Fische können sie zudem verdrängen oder als Beute ansehen.

Ernährung

Boraras urophthalmoides ist ein Mikroräuber kleiner Insekten, Würmer, Krebstiere und des Zooplanktons. Bieten Sie winzige Lebend- oder Frostfuttertiere wie Wasserflöhe und Artemia sowie hochwertiges Trockenfutter an. Flocken fein zerreiben und kleine Portionen füttern, die der Fisch aufnehmen kann. Größere Würmer oder grobe Granulate sind ungeeignet, wenn sie nicht ins Maul passen. Beobachten Sie beim Füttern den ganzen Schwarm, damit scheue Tiere ausreichend Nahrung erhalten. Entfernen Sie Reste zum Schutz der Wasserqualität.

Zucht

Der Fisch streut Eier zwischen Pflanzen und betreibt keine Brutpflege. In einem eingefahrenen, dicht bepflanzten Aquarium können vereinzelt Jungfische erscheinen, doch Eier und Larven sind vor den erwachsenen Tieren nicht geschützt. Ein separates Zuchtbecken bietet mehr Kontrolle. Die Fachquelle nennt dafür weicheres, saureres Wasser als bei der normalen Haltung; verwechseln Sie diese Werte nicht. Die Larven sind winzig und brauchen anfangs mikroskopisches Futter. Wegen des Hybridisierungsrisikos nicht mit anderen Boraras-Arten zusammen halten oder züchten.

Quellen & Prüfung

Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.

Verwendete Quellen anzeigen