Rotaugen-Bario
Bario sanctaefilomenae

Der Rotaugen-Bario ist ein aktiver, mittelgroßer Schwarmfisch, der im Handel noch oft Moenkhausia sanctaefilomenae heißt. Der aktuelle Name lautet Bario sanctaefilomenae. Typisch sind das leuchtend rote Auge, der silbrige Körper und ein dunkles Band an der Schwanzwurzel. Erwachsene Tiere erreichen etwa 7 cm Standardlänge und benötigen daher mehr Schwimmstrecke als viele kleine Salmler. Seriously Fish empfiehlt für diese aktive Art eine Grundfläche um 90 × 38 cm und ungefähr 103 Liter. Halte eine Gruppe, bepflanze die Randbereiche bei freiem Schwimmraum und beachte Flossen sowie Futterzugang bei der Wahl von Mitbewohnern.
Aquarium planen →Auf einen Blick
- Temperatur
- 22–26 °C
- pH
- 6,0–8,0
- GH
- 3–20 °dGH
- Aquariumlänge
- Ab 90 cm
- Mindestvolumen des Aquariums
- Ab 103 L
- Endgröße
- Bis 7 cm
- Gruppengröße
- Ab 6 Tiere
- Verhalten
- Friedlich, Kann Flossen zupfen
Über diese Art
Der aktuelle Catalog of Fishes akzeptiert Bario sanctaefilomenae (Steindachner, 1907). Zuerst wurde die Art als Tetragonopterus sanctaefilomenae beschrieben, später war Moenkhausia sanctaefilomenae weit verbreitet. Melo et al. (2024) ordneten sie der Gattung Bario in der Familie Acestrorhamphidae zu. Der ältere Name bleibt im Handel und online gebräuchlich; hier dient er als Suchalias und nicht als eigene Art.
Der deutsche und englische Handelsname bezieht sich auf das rote Auge. Der Körper ist silbrig, mit einem dunklen Band an der Schwanzwurzel; erwachsene Flossen können dunkler werden. FishBase nennt ungefähr 7 cm maximale Standardlänge. Diese Messung endet an der Schwanzwurzel und ist nicht mit der Gesamtlänge gleichzusetzen.
Jungfische lassen sich äußerlich nur schwer sexen. Erwachsene Weibchen können mit Laichfüllung fülliger wirken; Männchen erscheinen oft schlanker. Das ist eine Tendenz, keine sichere Bestimmung jedes Tieres.
Natürlicher Lebensraum
FishBase führt die Art aus südamerikanischen Flussgebieten, darunter Paranaíba, São Francisco, oberer Paraná, Paraguay und Uruguay. Diese Verbreitung ist aus Taxonomie- und Artendatenbanken zusammengefasst; ein Handelsname belegt nicht die Herkunft eines gekauften Fisches.
Das natürliche Wasser verändert sich saisonal. Seriously Fish beschreibt deutliche Schwankungen im Jahresverlauf und berichtet, dass die Art unterschiedliche Aquarienchemie toleriert. Daraus folgt keine Empfehlung für abrupte Veränderungen. Sorge für stabile, saubere Bedingungen und lass den Filter einlaufen, bevor Fische einziehen.
Nach Seriously Fish ist die Art im Handel verbreitet und die gehandelten Fische sind üblicherweise Nachzuchten. Frage beim Anbieter nach der konkreten Lieferung; die Artbeschreibung belegt nicht die Geschichte eines einzelnen Fisches.
Aquarium und Einrichtung
Seriously Fish empfiehlt für diese aktive Art eine Grundfläche von ungefähr 90 × 38 cm und etwa 103 Liter. Das ist die Untergrenze des Artprofils und keine allgemeine Garantie für jeden Gesellschaftsbesatz. Die Beckenlänge ist wichtig, weil die Fische aktiv im Freiwasser schwimmen; ein hohes, kurzes Aquarium bietet nicht dieselbe horizontale Strecke.
Halte mindestens sechs Tiere zusammen; das Fachprofil bezeichnet sie als Schwarmfische. Größere Gruppen ermöglichen mehr Sozialverhalten, benötigen aber auch genügend Schwimmraum und Filterleistung. Bepflanze Seiten und Rückwand dichter, eventuell mit Schwimmpflanzen als Schattenspender, und halte die Mitte frei. Wurzeln geben Struktur, sollten die Schwimmroute aber nicht versperren.
Nutze zuverlässige Filterung, guten Gasaustausch und eine passende Abdeckung. Fische erst in ein biologisch eingefahrenes Aquarium einsetzen. Kontrolliere danach, dass alle Tiere ruhen und fressen können und nicht dauernd bedrängt werden.
Wasserwerte
Die artspezifischen Richtwerte von Seriously Fish sind 22–26 °C, pH 6–8 und GH 3–20 °dGH. FishBase nennt für natürliche Gewässer pH 6–8 und ungefähr 22–26 °C. Diese Quellen stützen breite Pflegespannen, aber keine schnellen Schwankungen. Achte auf Stabilität.
Für KH wird keine Grenze angegeben, da die geprüften Quellen keinen belastbaren artspezifischen Wert festlegen. Miss pH und Härte einheitlich und ändere Werte nicht abrupt. Die Fachquelle berichtet, dass Nachzuchten unterschiedliche Chemie tolerieren, dennoch sollten neue Tiere schrittweise eingewöhnt werden.
Regelmäßige Teilwasserwechsel sowie ein sauberer, eingefahrener Filter unterstützen die Wasserqualität. Verwende keine Mittel, um ohne Not einen exakten pH-Wert zu erzwingen.
Verhalten und Gruppengröße
Rotaugen-Barios sind aktive Schwarmfische. Das Fachprofil hält sie für eine gute Gesellschaftsart; wegen Größe und Aktivität sind winzige, sehr scheue oder langflossige Mitbewohner jedoch nicht automatisch passend. Bei zu kleiner Gruppe oder Stress können Flossen angeknabbert werden. Wähle Mitbewohner nach Endgröße, Schwimmzone, Verhalten und Futterkonkurrenz, nicht nur nach ähnlichen Wasserwerten.
Vermeide Fische, die einen Rotaugen-Bario verschlucken können, sowie Tiere, deren Flossen wiederholt beschädigt würden. Winzige Garnelen und sehr kleine Fische sind nicht automatisch sicher. Eine Kombination mit kleineren Mittelwasserfischen ist bedingt: Nutze ein längeres, größeres Aquarium als das Artminimum, halte vollständige Gruppen und beobachte Interaktion und Futterzugang.
Achte auf ausgefranste Flossen, Verstecken, Verfolgung und ausgelassene Fütterungen. Trenne Arten, wenn Stress oder Verletzungen anhalten. Eine pauschale Bezeichnung wie „friedlich“ garantiert keine Verträglichkeit in jedem Aquarium.
Ernährung
FishBase beschreibt ein omnivores Nahrungsspektrum mit Würmern, Insekten, kleinen Krebstieren und Pflanzenmaterial. Laut Seriously Fish nimmt die Art im Aquarium viele Futtersorten an. Biete ein vollständiges omnivores Hauptfutter an und wechsle mit geeigneten kleinen Frost- oder Lebendfuttertieren ab. Verteile Futter so, dass auch weniger dominante Fische etwas erreichen.
Füttere Portionen, die zeitnah aufgenommen werden, und entferne Reste. Prüfe, ob der ganze Schwarm Flocken aufnehmen kann; größere Flocken bei Bedarf zerkleinern. Das verknüpfte Produkt ist ein bestehendes vollständiges Flockenfutter für omnivore Süßwasserfische. Es ist eine praktische Empfehlung und keine Behauptung einer exakt gemessenen Partikel- oder Maulgröße.
Abwechslung unterstützt Kondition, erzeugt aber nicht allein die rote Augenfarbe und ersetzt keine stabile Wasserqualität und gute Pflege.
Zucht
Seriously Fish beschreibt die Fortpflanzung als Eierstreuen. Für einen gezielten Versuch wird ein separates, schwach beleuchtetes Becken mit feinen Pflanzen, Laichmop oder einem Gitter genutzt, durch das Eier außerhalb der Reichweite der Erwachsenen fallen. Erwachsene können Eier fressen; nimm sie heraus, sobald das Ablaichen beobachtet wird.
Die Quelle nennt weichere, sauerere Laichbedingungen als für die normale Pflege: pH 6–7, GH 1–10 und ungefähr 26,5–29 °C. Das sind Zuchtparameter und keine täglichen Haltungswerte. Konditioniere die Elterntiere mit abwechslungsreichem Futter und vermeide abrupte Wasseränderungen.
Das Artprofil berichtet vom Schlupf nach etwa 24–36 Stunden; Jungfische schwimmen einige Tage später frei und brauchen zunächst sehr kleines Futter. Der Zeitpunkt hängt von den Bedingungen ab. Halte das Zuchtbecken sauber und kontrolliere die Larven täglich, ohne sie starker Strömung auszusetzen.
Quellen & Prüfung
Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.
Verwendete Quellen anzeigen
- Zoological Journal of the Linnean Society — Melo et al. 2024, Phylogenomics of Characidae and phylogenetic classification
- California Academy of Sciences — Eschmeyer's Catalog of Fishes: Bario sanctaefilomenae; current status
- FishBase — Bario sanctaefilomenae (Steindachner, 1907) — Redeye tetra
- Seriously Fish — Moenkhausia sanctaefilomenae — specialist aquarium profile
- Wikimedia Commons; Cédricguppy - Loury Cédric — Moenkhausia sanctaefilomenae — aquarium photograph

