Loretosalmler
Hyphessobrycon loretoensis

Der Loretosalmler (Hyphessobrycon loretoensis) ist ein kleiner, friedlicher südamerikanischer Schwarmfisch mit dunklem Seitenband und orange-roter Schwanzflosse. Halte ihn in einer Gruppe in einem eingefahrenen, ruhigen Aquarium mit Deckung und freiem Schwimmraum. Fachquellen zur Aquarienhaltung nennen 22–28 °C, pH 5,0–7,0 und GH 1–8; FishBase gibt teils weitere und abweichende Werte an. Die Unterschiede werden unten erläutert. Der Fisch nutzt das freie Mittelwasser, nimmt kleine tierische und pflanzliche Nahrung auf und ist gegenüber größeren oder lebhaften Beifischen empfindlich. Eine Bodenfläche von etwa 60 × 30 cm ist eine belegte Untergrenze, keine Garantie für jede Vergesellschaftung.
Aquarium planen →Auf einen Blick
- Temperatur
- 22–26 °C
- pH
- 5,5–7,0
- GH
- 1–8 °dGH
- Aquariumlänge
- Ab 60 cm
- Mindestvolumen des Aquariums
- Ab 54 L
- Endgröße
- Bis 2,4 cm
- Gruppengröße
- Ab 8 Tiere
- Verhalten
- Friedlich
Über diese Art
Hyphessobrycon loretoensis wurde 1938 von Ladiges beschrieben und wird von Catalog of Fishes, FishBase und ITIS als gültige Art geführt. Sie gehört zur Ordnung Characiformes. FishBase verwendet die neuere Familie Acestrorhamphidae; ITIS zeigt weiterhin Characidae. Die Systematik der amerikanischen Salmler wurde kürzlich geändert; Quellen können zeitlich hinterherhinken oder unterschiedliche Systeme nutzen. Die Familienzuordnung ist daher weniger stabil als die Artidentität.
Der Fisch ist klein und schlank. Seriously Fish nennt 25 mm Standardlänge (SL), FishBase maximal 2,4 cm SL. Das sind ähnliche, aber nicht identische Quellenangaben und keine Garantie, dass jedes Aquarientier genau diese Größe erreicht. Ein dunkles Längsband und eine orange- bis ziegelrote Schwanzflosse sind typische Merkmale. Laut Seriously Fish sind ausgewachsene Weibchen rundlicher und etwas größer; die Körperform allein erlaubt keine sichere Geschlechtsbestimmung.
Loretosalmler ist hier der gebräuchliche deutsche Name. Für eine eindeutige Bestimmung sollte immer der wissenschaftliche Name verwendet werden, da Handelsnamen je nach Land variieren.
Natürlicher Lebensraum
Die Art stammt aus dem oberen Amazonasgebiet. Seriously Fish nennt Vorkommen in Kolumbien, Peru und Ecuador, darunter Waldbäche und kleinere Nebenflüsse. FishBase führt den oberen Amazonas in Peru an; weitere Fundorte sind aus Fachliteratur bekannt. Das Verbreitungsgebiet reicht somit über einen einzelnen Fluss hinaus.
Waldbäche sind durch überhängende Ufervegetation, Wurzeln, Äste und Laub geprägt. Zersetztes Laub kann das Wasser schwach teeartig färben. Das beschreibt den Lebensraum und ist keine Pflicht, Aquarienwasser dunkel zu färben. Ein sicheres Aquarium übernimmt vor allem die Struktur: geschützte Bereiche, Schatten und freien Schwimmraum.
Ein gemeinsames Vorkommen in einer Region beweist nicht automatisch die Eignung aller dortigen Pflanzen oder Beifische. Halte das Wasser sauber und stabil und vermeide unbelegte genaue Strömungs- oder Mineralwerte.
Aquarium und Einrichtung
Seriously Fish empfiehlt eine Bodenfläche von etwa 60 × 30 cm und ungefähr 54 Liter als kleinstes zu erwägendes Aquarium. Das ist eine fachliche Untergrenze für die Fischgruppe, keine Garantie, dass jede Vergesellschaftung hineinpasst. Ein längeres Becken bietet dem Schwarm mehr nutzbaren Schwimmraum als ein höheres Aquarium mit gleichem Volumen.
Sand, Wurzeln und Äste passen zum beschriebenen Lebensraum; auch ein bepflanztes Aquarium ist möglich. Lass freien Schwimmraum und platziere Deckung vor allem an Seiten und Rückwand. Trockenes Laub kann Struktur ergänzen, aber verwende nur aquariensicheres Material und führe die normale Pflege fort. Eine Abdeckung ist für kleine, schreckhafte Fische sinnvoll.
Setze die Tiere erst in ein vollständig eingefahrenes Aquarium. Sorge für sanfte, gleichmäßige Filterung und Gasaustausch. Kontrolliere, dass alle Fische fressen. Quarantäne für Neuzugänge senkt das Risiko, Krankheitserreger in ein bestehendes Aquarium einzuschleppen.
Wasserwerte
Seriously Fish nennt 22–28 °C, pH 5,0–7,0 und GH 1–8 °dGH. FishBase gibt 22–26 °C, pH 5,5–7,5 und einen Härtemaximalwert von 15 °dH ohne Untergrenze an. Als praktische gemeinsame Spanne verwenden wir 22–26 °C und pH 5,5–7,0; für GH gilt der vollständig abgegrenzte Aquarienbereich 1–8 °dGH von Seriously Fish. Das ist eine vorsichtige Überschneidung der Angaben, kein experimentell bestimmtes Optimum.
Halte die Bedingungen stabil und berücksichtige Herkunft sowie Eingewöhnung der Fische. Ändere pH oder Härte nicht schnell, nur um einen Zielwert zu erreichen. Freilanddaten aus FishBase sind nicht gleichbedeutend mit Pflegeempfehlungen; ein Naturmesswert ist nicht automatisch ein Haltungsziel.
Miss Temperatur, pH und Härte mit geeigneten Methoden. Ammoniak und Nitrit sollten in einem stabilen, eingefahrenen Aquarium nicht nachweisbar sein; führe regelmäßige, passende Wasserpflege durch. Ein verlässlicher artspezifischer KH-Zielwert wurde nicht gefunden und wird daher nicht genannt.
Verhalten und Gruppengröße
Seriously Fish beschreibt den Loretosalmler als sehr friedlich und schwarmbildend. Die Quelle empfiehlt eine gemischte Gruppe von mindestens acht bis zehn Tieren. Dies ist eine praktische Haltungsempfehlung, keine kontrollierte Verhaltensstudie und kein universelles biologisches Minimum. Eine Gruppe kann natürliches Verhalten und soziale Sicherheit unterstützen.
Die Art nutzt die Freiwasserzone. Kleine, ruhige Salmler können infrage kommen, wenn die Wasserbedingungen überlappen und genügend Schwimmraum vorhanden ist. Ähnliche Temperatur- oder pH-Werte allein beweisen keine Verträglichkeit: Auch Endgröße, Beutefangrisiko, Revierverhalten, Schwimmzone, Gruppenbedarf und Futterkonkurrenz zählen. Der verlinkte Neonsalmler ist deshalb nur unter Bedingungen geeignet: Halte beide Arten jeweils in einer vollständigen Gruppe, plane mehr Platz als für die Mindesthaltung und kontrolliere, ob die kleineren Loretosalmler Futter bekommen. Das ist eine vorsichtige Bewertung anhand von Artprofilen, kein Versuchsbericht.
Vermeide große Fische, die kleine Salmler verschlucken können, aktive Jäger und Arten, die das mittlere Wasser dominieren. Anhaltendes Verstecken, Verletzungen oder nicht fressende Tiere sind ein Grund, den Besatz zu überdenken.
Ernährung
Die natürliche Ernährung ist vermutlich omnivor und umfasst kleine Wirbellose und Krebstiere, Fadenalgen sowie herabgefallene Früchte. Im Aquarium nimmt die Art Trockenfutter an; Seriously Fish empfiehlt Abwechslung mit feinem Trockenfutter sowie kleinen Lebend- oder Frostfuttersorten wie Mückenlarven und kleinen Wasserflöhen.
Wähle Partikel, die zu diesem kleinen Fischmaul passen; die Quellen nennen keine exakte Größe für Handelsfutter. Füttere kleine Portionen und kontrolliere, dass auch zurückhaltende Tiere tatsächlich fressen. Größere Beifische können sie verdrängen, daher kann eine Verteilung auf mehrere Stellen helfen. Entferne Reste, damit sie das Wasser nicht unnötig belasten.
Ein genaues tägliches Schema oder eine feste Menge ist nicht zuverlässig belegt. Biete geeignete Abwechslung und passe die Portion an Kondition und Futteraufnahme an.
Zucht
Seriously Fish beschreibt die Art als Freilaicher, der Eier verstreut und keine Brutpflege betreibt. In einem eingefahrenen Aquarium können gelegentlich Jungfische auftauchen; das garantiert keine erfolgreiche Zucht. Erwachsene können Eier oder Larven fressen.
Für einen geplanten Zuchtversuch beschreibt die Quelle ein separates, eingefahrenes Aquarium mit gedämpftem Licht und geschütztem Boden (zum Beispiel feinfiedriges Moos, ein Laichmopp oder geeignetes Gitter), damit die Elterntiere die Eier schlechter erreichen. Empfohlen wird leicht saures bis neutrales Wasser und eine Temperatur am oberen Ende des Haltungsbereichs. Das ist ein Ausgangspunkt aus einem Fachprofil; Wasserwerte nicht abrupt verändern.
Erstfutter muss sehr fein sein; die Quelle nennt Infusorien oder geeignetes Mikro-Futter, später Artemia-Nauplien oder Mikrowürmer, sobald die Jungfische sie aufnehmen können. Exakte Entwicklungszeiten werden hier nicht angegeben. Schütze Jungfische vor den Eltern und überwache die Wasserqualität.
Quellen & Prüfung
Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.
Verwendete Quellen anzeigen
- Zoological Journal of the Linnean Society — Melo et al. 2024, Phylogenomics of Characidae and phylogenetic classification
- Seriously Fish — Hyphessobrycon loretoensis — species profile, revised 2026
- FishBase — Hyphessobrycon loretoensis summary
- Integrated Taxonomic Information System — ITIS taxonomic report, TSN 162879
- Wikimedia Commons; source Vertebrate Zoology — Hyphessobrycon loretoensis (31536).png — live-colour illustration
