Kitty-Salmler
Hyphessobrycon heliacus

Der Kitty-Salmler (Hyphessobrycon heliacus) ist ein kleiner goldfarbener Schwarmfisch aus dem oberen Tapajósgebiet in Brasilien. Ausgewachsene Männchen entwickeln verlängerte Flossen; beide Geschlechter tragen einen dunklen Fleck an der Schwanzwurzel. Halte eine Gruppe in einem eingefahrenen Aquarium mit bepflanzten Randzonen und freiem Schwimmraum. Eine vorsichtige gemeinsame Richtspanne aus Aquarienquellen liegt bei 23–26 °C und pH 6–7. Ältere Halterbeobachtungen und aktuelle Händlerangaben weichen ab; die Unterschiede werden erläutert. Längenangaben beruhen zudem nicht immer auf derselben Messmethode. Beobachte nach dem Einsetzen, ob alle Tiere ruhig fressen.
Aquarium planen →Auf einen Blick
- Temperatur
- 23–26 °C
- pH
- 6,0–7,0
- GH
- Bis 8 °dGH
- Aquariumlänge
- Ab 60 cm
- Mindestvolumen des Aquariums
- Ab 40 L
- Endgröße
- Bis 2,8 cm
- Gruppengröße
- Ab 10 Tiere
- Verhalten
- Friedlich
Über diese Art
Hyphessobrycon heliacus wurde 2002 von Moreira, Landim und Costa aus dem oberen Tapajósbecken in Brasilien beschrieben. ITIS führt die Art als gültig; FishBase verwendet die Familie Acestrorhamphidae, während ITIS noch Characidae zeigt. Eine phylogenomische Revision von 2024 teilte amerikanische Salmler auf mehrere Familien auf. Die höhere Klassifikation ändert sich, Artname und Autorschaft sind jedoch konsistent.
FishBase nennt maximal 2,8 cm Standardlänge (SL) und beschreibt den goldenen Körper, chevronartige Flankenzeichnungen sowie einen großen dunklen Fleck am Schwanzstiel. Bei ausgewachsenen Männchen können Rücken- und Bauchflossen fadenförmig verlängert sein. Eine aktuelle Händlerseite nennt 5–6 cm ohne Messdefinition; dieser Wert liegt deutlich über Erstbeschreibung und FishBase und wird hier nicht als übliche Größe übernommen. Ein deutsches Vereinsprofil nennt 2–3,5 cm. Größenwerte hängen zudem von der Messmethode ab.
Kitty-Salmler ist ein gebräuchlicher Handelsname. Verwechsle die Art nicht mit ähnlichen kleinen goldfarbenen Salmlern. Achte auf die Kombination aus dunklem Schwanzwurzelfleck, Flankenzeichnung und bei ausgewachsenen Männchen verlängerten Flossen, nicht allein auf die Farbe.
Natürlicher Lebensraum
Die Art ist aus dem Rio Teles Pires und kleinen Zuflüssen im oberen Tapajósbecken im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso bekannt. Erstbeschreibung, FishBase und ein regionales Artprofil ordnen die Fundorte diesem Einzugsgebiet zu. Das dokumentierte Vorkommen ist somit genauer als die pauschale Angabe „Amazonas“.
FishBase beschreibt Funde aus flachen, stehenden oder langsam strömenden Randbereichen mit schlammigem Boden und reichlich Unterwasservegetation. Das ist genauer als allgemeine Händlerbeschreibungen von „Flüssen“. Im Aquarium lassen sich Struktur, Pflanzen, Wurzeln und Schatten anbieten, ohne einen schlammigen Boden nachzubilden. Der Bodengrund sollte gut zu pflegen sein; verwende aquariensichere Materialien.
Ein Fundort belegt nicht den genauen pH-Wert oder die Härte jedes Wildfisches. Freilandangaben und Haltungsempfehlungen werden deshalb getrennt. Eine gemessene artspezifische Strömungsgeschwindigkeit wurde nicht gefunden; gleichmäßige leichte bis mittlere Strömung ist eine praktische Einrichtungsempfehlung, kein exakter biologischer Wert.
Aquarium und Einrichtung
Ein deutsches Vereinsprofil nennt 40 Liter als Erfahrungs-Untergrenze und merkt an, dass größere Aquarien günstig sind, weil Männchen einander intensiv jagen können. Ein brasilianisches Artprofil empfiehlt ein Becken von etwa 60 cm Länge und 30 cm Breite. Verwende rund 60 cm Länge als praktische Untergrenze, mit bepflanzten Randzonen und freiem Schwimmraum in der Mitte. Ein Mindestvolumen garantiert nicht, dass jede Gruppe oder Vergesellschaftung hineinpasst.
Artbezogene Aquarienquellen empfehlen eine Gruppe von mindestens zehn Tieren. Mehrere Weibchen pro Männchen sind in einer Zucht- oder Erwachsenengruppe eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme, damit sich die Aufmerksamkeit nicht auf ein Weibchen konzentriert. Dies stammt aus älteren Halterbeobachtungen und ist kein universell belegtes Geschlechterverhältnis. Biete dichte Randbepflanzung, Sichtbarrieren und ruhige Rückzugsorte, aber lasse eine Schwimmzone in der Mitte frei.
Lass das Aquarium vollständig biologisch einfahren. Sorge für gleichmäßige Filterung, Gasaustausch und regelmäßige Wasserwechsel. Eine gut sitzende Abdeckung ist für kleine aktive Fische sinnvoll. Prüfe nach dem Einsetzen, ob zurückhaltende Tiere nicht ständig gejagt werden und alle Fische Futter aufnehmen.
Wasserwerte
Ein älteres deutsches Vereinsprofil nennt 22–26 °C, ein brasilianisches Artprofil 23–28 °C und ein aktueller europäischer Händler 24–28 °C. Wegen dieser Unterschiede verwenden wir 23–26 °C als vorsichtige Überschneidung der ersten beiden Artquellen, nicht als experimentell bestimmtes Optimum. Der deutsche Halter beobachtete seine Tiere bei 22 °C als aktiv und vermutete, dass dauerhaft höhere Temperaturen die Lebenserwartung senken könnten; das ist eine individuelle Beobachtung.
Beim pH nennt das deutsche Profil etwa 5,5–7,8, das brasilianische 6–7 und ein europäischer Händler 5,5–7,5. Als vorsichtige gemeinsame Richtspanne verwenden wir pH 6–7. Auch die GH-Angaben widersprechen sich: Das deutsche Praxisprofil nennt 0–20 °dGH, die brasilianische Quelle eine Obergrenze unter 8 und ein Händler nur „weich bis mittelhart“. Daher veröffentlichen wir keine genaue GH-Zielspanne; halte die Mineralisierung stabil und berücksichtige Herkunft und Eingewöhnung.
Vermeide schnelle chemische Korrekturen. Miss Temperatur und pH zuverlässig; Ammoniak und Nitrit sollten in einem eingefahrenen Aquarium nicht nachweisbar sein. Stabile Bedingungen und passende Wasserqualität sind wichtiger als das Verfolgen eines vermeintlich idealen Einzelwerts.
Verhalten und Gruppengröße
Der Kitty-Salmler ist ein Schwarmfisch und wird in artspezifischen Aquarienquellen als friedlich beschrieben. Er nutzt vor allem das mittlere Wasser. Ausgewachsene Männchen können Weibchen während des Balzens verfolgen und einander imponieren; ausreichende Gruppengröße, mehr Weibchen als Männchen und Sichtbarrieren sind sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen. Beobachte die Tiere: anhaltendes Verstecken, Verletzungen oder ausgelassene Mahlzeiten sind Gründe, Einrichtung oder Besatz zu überdenken.
Neonsalmler kommen nur bedingt als Beifische infrage. Beide sind kleine friedliche Schwarmfische mit überlappenden Haltungsbereichen, nutzen aber ähnliche Schwimmzonen und benötigen jeweils eine eigene Gruppe. Plane mehr Platz als die genannte Untergrenze und kontrolliere, ob die Kitty-Salmler Futter bekommen. Ähnliche Wasserwerte allein beweisen keine Verträglichkeit; eine kontrollierte Vergesellschaftungsstudie wurde nicht gefunden.
Vermeide große Fische, die Kitty-Salmler verschlucken können, ungestüme Arten, die sie beim Fressen verdrängen, und Becken ohne Rückzug oder Sichtbarrieren für Männchen. Quarantäne und sorgfältige Beobachtung neuer Tiere bleiben sinnvoll.
Ernährung
Eine Untersuchung natürlicher Mageninhalte beschreibt eine abwechslungsreiche omnivore Nahrung mit Fadenalgen und Pflanzenmaterial, Insekten und anderem kleinen tierischen Material. Der Fisch ist also weder ausschließlich Fleisch- noch Algenfresser. Im Aquarium nimmt er Trockenfutter und kleines Lebend- oder Frostfutter an; ein älteres Halterprofil nennt Cyclops als besonders beliebt. Futterteilchen müssen zu dem kleinen Fisch passen.
Das vorhandene TetraMin-Flockenfutter ist als Hauptfutter verknüpft, weil die zentralen Produktdaten es als vollständiges omnivores Süßwasserflockenfutter führen und eine artspezifische Aquarienquelle die Aufnahme von Flockenfutter beschreibt. Zerreibe die Flocken bei Bedarf in mundgerechte Stücke und kontrolliere die Aufnahme. Eine exakte Flockengröße wird damit nicht behauptet. Wechsle mit geeignetem kleinem Lebend- oder Frostfutter ab und lasse größere Stücke nicht ungegessen am Boden liegen.
Gib kleine Portionen und prüfe, ob alle Tiere fressen, besonders im Gesellschaftsaquarium. Eine genaue artspezifische Tagesmenge oder ein festes Schema ist nicht belegt. Passe die Portion an Aufnahme und Körperzustand an und entferne Reste.
Zucht
Die Art legt Eier und betreibt keine Brutpflege. Das Vereinsprofil beschreibt wiederholtes Ablaichen und empfiehlt ein Gitter oder dichtes feinfiedriges Substrat, damit die Elterntiere die Eier nicht fressen. Das brasilianische Artprofil weist darauf hin, dass Zuchtdetails im Aquarium nur begrenzt bekannt sind; einzelne Beobachtungen sind daher kein universell sicheres Rezept.
Ein älterer Halter berichtete bei seinen eigenen Versuchen von besserem Schlupf in weicherem, saurerem Wasser; im härteren Leitungswasser wurden zwar Eier abgesetzt, sie schlüpften jedoch nicht. Das ist eine Einzelbeobachtung und kein Beweis für einen exakten pH-Optimalwert. Verändere Werte nicht abrupt und verwende für einen Zuchtversuch ein separates stabiles Aquarium mit feinfiedrigen Pflanzen oder Laichmop und Schutz vor Eierfraß.
Die Larven sind sehr klein. Das Vereinsprofil nennt Pantoffeltierchen als Erstfutter und Artemia-Nauplien, sobald die Jungfische groß genug sind; in dieser einzelnen Beobachtung etwa acht bis zehn Tage nach dem Freischwimmen. Dieser Zeitpunkt ist nicht garantiert. Prüfe täglich die Wasserqualität und biete nur Futter an, das die Larven aufnehmen können.
Quellen & Prüfung
Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.
Verwendete Quellen anzeigen
- Zoological Journal of the Linnean Society — Melo et al. 2024, Phylogenomics of Characidae and phylogenetic classification
- FishBase — Hyphessobrycon heliacus Moreira, Landim & Costa, 2002
- Integrated Taxonomic Information System — ITIS taxonomic report, TSN 641129
- Moreira, Landim & Costa; Copeia 2002(2):428–432 — Hyphessobrycon heliacus: A New Characid Fish from the Upper Rio Tapajós Basin
- Aquarismo Paulista — Tetra Heliacus — species profile and cited natural-diet study
- Aquarienverein Rößmäßler Halle; Gernod Seela — Fisch des Monats — Kitty-Salmler, July 2009
- Wikimedia Commons; Haplochromis — Hyphessobrycon heliacus.jpg — photograph

