Ricordea florida
Ricordea florida
Artniveau

Ricordea florida ist eine farbige Scheibenanemone mit auffällig kugeligen Tentakeln auf der Mundscheibe. Sie bildet kein hartes Steinkorallenskelett und stammt aus dem westlichen Atlantik und der Karibik. Sie muss von der indopazifischen Ricordea yuma unterschieden werden; Ricordea allein ist keine ausreichende Bestimmung. In einem stabilen Meerwasseraquarium ist R. florida meist gut zugänglich, wenn sie einen sicheren Haftplatz, passende Beleuchtung und ruhige Wasserbewegung erhält. Das bedeutet nicht, dass jedes Tier sofort unter eine starke Lampe gesetzt werden kann. Prüfe auch den Freiraum um die vollständig geöffnete Scheibe. Dieser Ratgeber behandelt die benannte Art mit Schwerpunkt auf langsamer Gewöhnung, vorsichtiger Zufütterung und natürlicher Ausbreitung ohne Verdrängung der Nachbarn.
Aquarium planen →Auf einen Blick
- Bestimmungsniveau
- Artniveau
- Korallengruppe
- Scheibenanemone
- Schwierigkeit
- Mittel
- Wachstum und Rückschnitt
- Langsam
- Temperatur
- 24–26 °C
- Relative Dichte (SG bei 25 °C)
- 1,025–1,026 SG
- pH
- 8,1–8,3
- Alkalinität
- 8–9 °dKH
- Calcium
- 400–450 mg/L
- Magnesium
- 1250–1350 mg/L
- Lichtbedarf
- Gering, Mittel
- Strömungsbedarf
- Gering bis mittel
- Position
- Niedrig, Mitte
- Aggressivität
- Mäßig aggressiv
- Zufütterung
- Optional
Wasserwerte sind Richtlinien zur Riffpflege, keine nachgewiesenen Artgrenzen. PAR beschreibt nur die genannte Kulturerfahrung; Stabilität und langsame Eingewöhnung bleiben wichtig.
Über diese Koralle
Die strukturierte Mundscheibe und zentrale Mundöffnung prägen das Aussehen. Bei R. florida ist die unmittelbare Mundumgebung meist anders mit Tentakeln besetzt als bei R. yuma, doch ein stark blau beleuchtetes Verkaufsfoto kann täuschen. Nutze Herkunft und verlässliche Bestimmung zusätzlich zu sichtbaren Merkmalen. Mehrere Mundöffnungen können zu einer Teilung gehören. Eine Farbform ist keine eigene Art. Der Fuß haftet am Untergrund; grobes Abziehen kann verletzen und gehört nicht zur normalen Platzierung.
Natürlicher Lebensraum
R. florida gehört zu tropischen westatlantischen Riffen einschließlich der Karibik. Ihre lichtnutzenden Symbionten profitieren von geeigneter Belichtung, doch Fundortbedingungen variieren. Übertrage eine vermutete natürliche Tiefe nicht direkt in eine Aquarienhöhe. Bei Nachzuchten hilft die bisherige Lichtbelastung als Information. Sorge für einen beleuchteten, ruhig durchströmten Felsplatz ohne ständig über die Mundscheibe wanderndes Sediment.
Aquarium und Einrichtung
Ein stabiler tiefer bis mittelhoher Träger ist praktisch, wenn dort geeignetes Licht ankommt. Die Scheibe braucht Raum zum Öffnen ohne Nachbarkontakt. Ein einzelner kleiner Stein erleichtert spätere Standortänderungen. Prüfe die Befestigung, bevor Schnecken oder Krabben den Träger umwerfen. Ein ausreichend belegtes artbezogenes Mindestvolumen unabhängig von Pflege und Einrichtung gibt es nicht. In kleinen Becken verdienen Verdunstung, Wärme und lokale Pumpenbelastung besondere Aufmerksamkeit.
Wasserwerte
Diese Scheibenanemone baut kein Kalkskelett, bleibt aber auf stabile marine Wasserqualität angewiesen. Verfolge Salzgehalt und Temperatur und vermeide abrupte Korrekturen. Calcium, Alkalinität und Magnesium werden im Zusammenhang des ganzen Riffs beurteilt; Zugaben folgen gemessenem Verbrauch statt einer automatischen Ricordea-Produktliste. Eine nährstoffhaltige Umgebung rechtfertigt keine organischen Abfallansammlungen. Harte artspezifische Nitrat- und Phosphatgrenzen sind unzureichend belegt; entsprechende Werte bleiben begründet offen.
Licht und Eingewöhnung
Mittlere Beleuchtung ist ein sinnvoller Start, unter Berücksichtigung der bisherigen Gewöhnung. Die Empfehlungen variieren und belegen keine universellen festen PAR-Grenzen. Miss am gewählten Standort und erhöhe die Belastung nötigenfalls schrittweise. Kräftige Farbe unter Blaulicht beweist keine optimale Pflege. Beurteile Öffnung, intaktes Gewebe und längerfristige Entwicklung. Gib neuen Tieren Zeit zur Anpassung, statt täglich Höhe und Lampenstufe zu ändern.
Strömung
Geringe bis mäßige indirekte Wasserbewegung ermöglicht das Öffnen und trägt Schmutz ab. Ein harter gerichteter Strahl kann die Scheibe umklappen oder Ablösung begünstigen. Suche dann nach der Ursache und biete nötigenfalls einen ruhigeren Haftplatz mit geeigneten kleinen Steinen. Stagnation ist nicht das Ziel: Sauerstoff- und Abfallaustausch müssen bleiben. Prüfe erneut, wenn Nachbarn wachsen oder eine gereinigte Pumpe kräftiger läuft.
Ernährung
Kleine tierische Partikel können ergänzend angeboten werden, wenn die Scheibe sie tatsächlich zum Mund befördert. Eine Reaktion auf eine Futterwolke beweist weder Eignung noch Aufnahme. Nutze sparsame Portionen, die zügig verarbeitet werden, und lasse keine großen Brocken liegen. Beobachte Fische und Garnelen, die Futter stehlen. Zufütterung ergänzt Fotosynthese; sie rechtfertigt keine unbegrenzten Mengen Korallenpulver oder Aminosäuren.
Wachstum und Verhalten
Natürliche Teilung kann mit mehreren Mundöffnungen und langsamer Einschnürung der Scheibe beginnen. Gib Zeit und erzwinge keine Trennung. Junge Teile brauchen Haftplatz und Freiraum. Wachstum variiert und lässt sich nicht als feste Zahl neuer Tiere je Monat versprechen. Fotos helfen, echte Ausdehnung von täglichen Formänderungen zu unterscheiden. Prüfe dabei, ob die Gruppe sich anderen Korallen nähert.
Aggression und Abstand
Auch ohne lange Kampftentakel kann direkter Kontakt ungünstig sein. Halte die vollständig offene Scheibe von anderem lebendem Gewebe getrennt und reserviere Teilungsraum. Ein fester Zentimeterabstand garantiert nichts gegen spätere Ausdehnung. Bei benachbarten LPS zählt deren Tentakelreichweite; Ricordea kann selbst das gefährdete Tier sein. Wähle einen kontrollierbaren Standort und greife ein, bevor berührende Ränder dauerhaft geschädigt werden.
Vergesellschaftung mit Fischen
Ein allgemeines Rifflabel eines Fisches genügt nicht für jede Scheibenanemonen-Kombination. Zupfende Zwergkaiser können Gewebe verletzen; Sand siebende Fische bringen eher Sediment auf tiefe Scheiben. Beim Füttern können Fische Nahrung entfernen, ohne sonst Korallen zu fressen. Beobachte diese Mechanismen getrennt. Wiederholtes Schließen zu bestimmter Zeit oder an bestimmter Stelle verlangt neben Wasser und Licht auch eine Verhaltenskontrolle der Mitbewohner.
Vergesellschaftung mit Korallen
Andere ruhig platzierte Korallen können im selben System leben, solange ihre lebenden Gewebe getrennt bleiben. Eine Fackelkoralle ist wegen größerer Tentakelreichweite ein schlechter direkter Nachbar. Discosoma kann dagegen nach und nach die Felsfläche besetzen. Höhere SPS können später Schatten werfen. Eignung betrifft daher künftige Größe, Lichtverteilung und Untergrundpflege, nicht nur heute überlappende Wasserwerte.
Andere Wirbellose
Beurteile Garnelen, Krabben, Einsiedler, Schnecken und Seeigel nach Art. Kleine Weidegänger können lose Träger stören; Futterdiebe erschweren gezielte Gaben. Das unterscheidet sich von tatsächlichem Gewebefraß. Der Sammelbegriff Putztrupp belegt keine sichere Zuordnung. Fehlen konkrete Informationen, bleibt die Beziehung unbekannt. Vorhandene Süßwasserwirbellose werden nicht als marine Begleiter verwendet.
Vermehrung und Fragmentierung
Bei normaler Pflege ist natürliche Teilung Eingriffen vorzuziehen. Eine junge Scheibe auf einem eigenen, gut haftenden Stein kann mit diesem Träger versetzt werden. Ziehe den Fuß nicht ab und gib keinen Klebstoff auf lebendes Gewebe. Wer aktiv vermehren möchte, sollte Gesundheit und Eignung von einem erfahrenen Züchter beurteilen lassen. Schütze Augen und Hände vor Schleim und verhindere, dass lose Teile in eine Pumpe geraten.
Mögliche Probleme
Beachte dauerhaftes Einziehen, Ablösen, zerfallendes Gewebe und anhaltendes Ausbleichen. Prüfe jüngste Lichtänderung, direkte Strömung, Verletzungen und Salzgehalt. Tägliche Formänderung oder kurzes Schließen nach Berührung muss keine Krankheit sein. Ein dauerhaft offener Mund zusammen mit Verschlechterung verlangt jedoch Untersuchung. Vermeide beliebige Behandlungen und immer neue Zusätze. Dokumentiere den Verlauf und hole fachkundigen Rat bei schnellem Gewebezerfall oder gleichzeitiger Reaktion mehrerer Tiere.
Vergesellschaftung
Pflegeprodukte
Für diese Koralle ist noch keine ausreichend belegte Zuordnung zu einem konkreten vorhandenen Pflegeprodukt festgestellt. Fütterungs- und Pflegeabschnitte beachten; fehlende Produktkarten machen Futter oder Messungen nicht überflüssig.
Quellen & Prüfung
Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.


