Micromussa lordhowensis
Micromussa lordhowensis
Artniveau

Micromussa lordhowensis bildet kompakte Kolonien mit fleischigen, oft kontrastreich gefärbten Polypen. Viele Aquarianer kennen sie noch als Acanthastrea lordhowensis oder Acan Lord. Diese Handelsgeschichte bleibt für die Suche nutzbar, doch der aktuelle wissenschaftliche Name steht im Mittelpunkt. Diese LPS braucht keinen Platz im hellsten Lichtkegel. Eine ruhige tiefe Zone, intaktes Gewebe, stabile Wasserbedingungen und vorsichtig angebotene kleine Portionen ermöglichen einen besseren Start. Die Polypen können sich stark aufblähen, sodass der lebende Platzbedarf größer ist, als das Skelett vermuten lässt. Sie passt zu Menschen, die Tiere regelmäßig beobachten und Wachstum, Nahrungsaufnahme und Nachbarn verfolgen. Eine besondere Farbe macht das Tier nicht automatisch schwieriger oder leichter.
Aquarium planen →Auf einen Blick
- Bestimmungsniveau
- Artniveau
- Korallengruppe
- LPS
- Schwierigkeit
- Mittel
- Wachstum und Rückschnitt
- Mittel
- Temperatur
- 24–26 °C
- Relative Dichte (SG bei 25 °C)
- 1,025–1,026 SG
- pH
- 8,1–8,3
- Alkalinität
- 8–9 °dKH
- Calcium
- 400–450 mg/L
- Magnesium
- 1250–1350 mg/L
- Lichtbedarf
- Gering
- PAR-Kulturpräferenz (keine Toleranzgrenze)
- 25–50 µmol/m²/s
- Strömungsbedarf
- Gering bis mittel
- Position
- Niedrig
- Aggressivität
- Aggressiv
- Zufütterung
- Empfohlen
Wasserwerte sind Richtlinien zur Riffpflege, keine nachgewiesenen Artgrenzen. PAR beschreibt nur die genannte Kulturerfahrung; Stabilität und langsame Eingewöhnung bleiben wichtig.
Über diese Koralle
Die Polypen stehen dicht über einem gemeinsamen Kalkskelett. Eingezogen wird dessen Struktur deutlicher; drücke dafür nicht auf das weiche Gewebe. Die Umstellung von Acanthastrea auf Micromussa beruht auf taxonomischer Revision, nicht auf einer neuen Farbform. Andere als Acan verkaufte Arten können anders wachsen und reagieren. Übertrage diesen Ratgeber deshalb nicht ungeprüft auf jeden alten Acanthastrea-Verkaufsnamen. Fotos helfen beim Erkennen, zeigen aber nicht immer genug Merkmale für eine sichere Bestimmung.
Natürlicher Lebensraum
Die Art gehört zu indopazifischen Riffgemeinschaften. Aquarienkolonien können aus Nachzucht oder unterschiedlichen Regionen stammen; eine Herkunftsangabe allein erklärt ihre aktuellen Pflegebedürfnisse nicht vollständig. Frage nach der bisherigen Beleuchtung eines Ablegers. Ein geschützter, gut durchströmter Platz ist häufig praktisch. Geschützt bedeutet weniger direkte Licht- und Pumpenbelastung, nicht stehendes Wasser oder ständiger Schmutz- und Sandeintrag auf die Mundscheiben.
Aquarium und Einrichtung
Setze die Kolonie auf einen stabilen niedrigen Träger oder geeigneten Fels. Halte fleischige Ränder von scharfen Teilen fern und verhindere Sand auf den Polypen. Kleine gezielte Futtergaben und Kontrolle müssen möglich bleiben. Ein loser Ableger kann von Mitbewohnern umgestoßen werden. Berechne zukünftigen Raum anhand der geöffneten Kolonie, nicht nur des Ablegersteins. Eine allgemeine Mindestliterzahl ist nicht ausreichend belegt und ersetzt diese Standortkontrolle nicht.
Wasserwerte
Die zentralen Richtlinien betreffen die Pflege eines stabilen Riffs. Calcium und Alkalinität werden für Skelettwachstum benötigt; miss tatsächlichen Verbrauch vor der Auswahl von Ergänzungen. Notiere auch Salzgehalt, Temperatur und relevante Nährstofftrends. Eine fleischige, gut gefütterte Kolonie rechtfertigt keine Ansammlung von Futterresten. Umgekehrt kann blindes Entfernen aller messbaren Nährstoffe ungünstig sein. Exakte Artgrenzen für Nitrat und Phosphat sind nicht fest belegt. Verändere eine stabile Situation nicht abrupt auf einen beliebigen Tabellenwert.
Licht und Eingewöhnung
Beginne zurückhaltend mit Licht. Kulturerfahrungen beschreiben Erfolg bei vergleichsweise geringer Intensität; Unterschiede zwischen Exemplaren und Messaufbauten erlauben aber keinen universellen PAR-Bereich. Ein Vorzugswert aus einem Zuchtsystem ist daher keine Überlebensgrenze. Miss auf Polypenhöhe und beachte Felsbeschattung. Farbe kann sich mit Licht ändern, ohne Gesundheit zu beweisen oder zu widerlegen. Steigere die Belastung nötigenfalls langsam und beurteile neben Farbe auch intaktes Gewebe, Öffnung und Wachstum.
Strömung
Geringe bis mäßige indirekte Strömung hält die Kolonie sauber, ohne Polypen ständig gegen ihr Skelett zu drücken. Beachte besonders tiefe Ränder, an denen sich Schmutz sammelt. Bei kräftiger Gesamtzirkulation kann ein geschützter Platz besser passen als das Abschalten der gesamten Wasserbewegung. Verringere zur gezielten Fütterung nötigenfalls kurz die lokale Geschwindigkeit und stelle sie anschließend wieder her. Ein direkt gerichteter Strahl ist auch bei geringer Gesamtleistung ungeeignet.
Ernährung
Maßvolles Zufüttern kleiner tierischer Partikel kann sinnvoll sein, wenn die Polypen sie aufnehmen. Stopfe keine großen Stücke in die Mundöffnung; wähle Größe und Portion nach sichtbarer Aufnahme. Eine Futterreaktion bedeutet keine unbegrenzte Verarbeitungskapazität. Trockenfutter kann konzentriert sein und verlangt besonders vorsichtige Mengen. Beobachte Fische oder Garnelen, die die Portion stehlen. Mehr Futter erfordert mehr Aufmerksamkeit für Abfall und Wasserqualität; Aminosäuren sind kein automatisch notwendiger Kauf.
Wachstum und Verhalten
Neue Polypen können den Kolonierand erweitern, allerdings nicht bei jedem Tier gleich schnell. Vergleiche lebenden Außenrand und Skelett auf Fotos, um echte Ausdehnung zu erkennen. Tägliches Aufblähen misst Wachstum nicht zuverlässig. Lass die Kolonie nicht unbemerkt an andere Korallen oder die Scheibe wachsen. Langsamer Fortschritt allein beweist keinen Mangel und sollte nicht mit immer stärkerem Licht oder größeren Portionen erzwungen werden.
Aggression und Abstand
Breite Polypen und Nesselgewebe können Nachbarn bei voller Öffnung erreichen. Halte deshalb eine freie Zone um den lebenden Rand. Kein garantierter Zentimeterabstand deckt jedes zukünftige Wachstum und jede Wasserbewegung ab. Prüfe auch außerhalb üblicher Betrachtungszeiten. Bei einseitigen Schäden gehört der nächste Nachbar neben der Chemie zur Ursachenprüfung. Eine passende Kombination bleibt davon abhängig, lebenden Kontakt zu vermeiden.
Vergesellschaftung mit Fischen
Fischverhalten an fleischigen LPS verdient eigene Aufmerksamkeit. Zwergkaiser können zupfen, andere Fische gezieltes Futter aus Polypen ziehen. Wiederholtes Schließen zur gleichen Zeit kann solche Störungen verraten. Eine Sand siebende Grundel kann eine tiefe Kolonie bedecken, ohne Korallengewebe zu fressen. Wähle Kombinationen mit Eingriffsmöglichkeit und nutze die konkrete Artenbeziehung. Ein allgemeines Rifflabel darf diese unterschiedlichen Mechanismen nicht verdecken.
Vergesellschaftung mit Korallen
Andere passende LPS können eine ruhige lichtärmere Zone teilen, sofern jede Kolonie eigenen Raum behält. Lichtliebende SPS können darüber stehen, solange sie diese Kolonie später nicht vollständig beschatten. Eine Fackelkoralle mit langen Nesselarmen ist kein geeigneter direkter Nachbar. Auch vorrückende Scheibenanemonen können den Untergrund besetzen. Plane dreidimensional und berücksichtige heutige Beleuchtung sowie künftiges Wachstum darüberliegender Korallen.
Andere Wirbellose
Eine kleine weidende Schnecke gefährdet vor allem einen losen Träger; Futter stehlende Garnelen erschweren gezielte Gaben. Krabben unterscheiden sich stark, daher sind genaue Art und Verhalten vor einer Eignungsaussage zu prüfen. Die Sicherheit einer Garnelen- oder Schneckenart gilt nicht für die ganze Gruppe. Für viele marine Wirbellose fehlen in dieser ersten Phase konkrete Beziehungsdaten. Die Unsicherheit bleibt sichtbar und wird nicht mit vorhandenen Süßwassertieren gefüllt.
Vermehrung und Fragmentierung
Dicht stehende Polypen machen die Teilung anspruchsvoller als das Trennen kahler Äste. Lass sie vorzugsweise von einem erfahrenen Züchter beurteilen. Schneide nicht durch aufgeblähtes Gewebe und nutze keine frisch angekommene oder zurückweichende Kolonie als Ablegermaterial. Augen- und Handschutz sind bei Schleim und Skelettteilen angebracht. Befestige am Träger oder toten Skelett. Ein gesunder Ableger braucht einen ruhigen Erholungsplatz ohne Nachbarkontakt.
Mögliche Probleme
Achte auf dauerhaft eingezogene oder eingefallene Polypen, zurückweichende Ränder und neu freiliegendes Skelett. Prüfe Lichtänderung, direkte Strömung, Futterreste, Sand und Zupfen zusätzlich zu Wasserwerten. Eine auffällige Farbänderung allein beweist keine Krankheit. Rascher Gewebeverlust verlangt fachkundige Beurteilung statt eines beliebigen LPS-Behandlungsrezepts. Dokumentiere den Verlauf, vermeide wiederholte große Änderungen und schütze gesunde Teile vor weiterer mechanischer Verletzung.
Vergesellschaftung
Pflegeprodukte
Für diese Koralle ist noch keine ausreichend belegte Zuordnung zu einem konkreten vorhandenen Pflegeprodukt festgestellt. Fütterungs- und Pflegeabschnitte beachten; fehlende Produktkarten machen Futter oder Messungen nicht überflüssig.
Quellen & Prüfung
Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.


