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Haltungsratgeber · Süßwasser · Fische

Roter von Rio

Hyphessobrycon flammeus

Roter von Rio (Hyphessobrycon flammeus)
Roter von Rio (Hyphessobrycon flammeus). Foto: Igor Balashov, CC BY 4.0. Foto: Igor Balashov · Quelle · CC BY 4.0Resized and compressed.

Der Rote von Rio (Hyphessobrycon flammeus), auch Flammentetra genannt, ist ein kleiner, friedlicher südamerikanischer Schwarmfisch. Er benötigt ein eingefahrenes Aquarium mit stabilem, sauberem Wasser, denn organische Belastung verträgt er schlecht. Halte eine gemischte Gruppe von acht bis zehn oder mehr Tieren und kombiniere schattige Bepflanzung mit freiem Schwimmraum. Die Art wird häufig kommerziell gezüchtet; ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet im Südosten Brasiliens ist belastet. Achte beim Kauf auf gesunde Nachzuchten und richte das Becken vor dem Einsetzen fertig ein. Der Ratgeber behandelt außerdem Erkennung, Zucht und die Auswahl passender Mitbewohner.

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Auf einen Blick

Temperatur
22–26 °C
pH
5,8–7,5
GH
5–12 °dGH
Aquariumlänge
Ab 60 cm
Mindestvolumen des Aquariums
Ab 54 L
Endgröße
Bis 2,5 cm
Gruppengröße
Ab 8 Tiere
Verhalten
Friedlich

Über diese Art

Der Rote von Rio ist ein Salmler aus Küstengewässern und Flusssystemen der brasilianischen Bundesstaaten Rio de Janeiro und São Paulo. Der aktuelle Name lautet Hyphessobrycon flammeus Myers, 1924. Im Handel heißt er auch Flammentetra, Roter Salmler oder Rio-Tetra. Eine wissenschaftliche Neubeschreibung von 2014 präzisierte Merkmale und Verbreitung. Eine neuere phylogenomische Einordnung stellt ihn zu den Acestrorhamphidae; ältere Literatur verwendet die traditionelle Familie Characidae.

Der erwachsene Fisch bleibt klein: Seriously Fish nennt etwa 25 mm Standardlänge ohne Schwanzflosse. Eine wissenschaftliche Beschreibung berichtet, dass Männchen meist kleiner und intensiver rot gefärbt sind; dunkle Spitzen an Bauch- und Afterflosse können bei Männchen auftreten. Beide Geschlechter können einen dunklen Mittelbereich und eine helle Spitze der Rückenflosse zeigen. Zuchtform und Kondition beeinflussen die Färbung, daher sollte das Geschlecht nicht anhand eines einzelnen Farbmerkmals bestimmt werden.

Natürlicher Lebensraum

Die Art ist aus kleinen, flachen, langsam fließenden Bächen und Küstenflüssen bekannt. Beschrieben werden klare bis bräunliche Gewässer mit Sandboden und Schatten niedriger Waldvegetation. Vorkommen liegen in Systemen um die Guanabara-Bucht, den mittleren Paraíba do Sul und den Guandu sowie im oberen Tietê bei São Paulo. Die genaue ursprüngliche Verbreitung wird noch untersucht; manche Bestände bei São Paulo könnten ausgesetzt worden sein.

Im Aquarium passen sanfte Strömung, Pflanzen und Randdeckung. Sand, verzweigtes Holz, Schwimmpflanzen und gedämpftes Licht können die Farben betonen. Freie Schwimmwege bleiben dennoch wichtig. Laub ist optional; halte das Wasser sauber, wenn organisches Material zerfällt. Ein extremes Schwarzwasserbecken ist nicht erforderlich, denn die Quellen beschreiben sowohl klares als auch braunes Wasser.

Aquarium und Einrichtung

Seriously Fish nennt 60 × 30 cm Grundfläche und ungefähr 54 Liter als kleinste erwägenswerte Beckengröße. Die Grundfläche ist wichtig; ein reiner Litervergleich kann täuschen. Der Fisch ist aktiv und sozial, Männchen zeigen zeitweise Dominanzverhalten. Eine gemischte Gruppe von acht bis zehn oder mehr Tieren bietet Raum für natürliches Verhalten und verhindert, dass ein einzelner Fisch ständig bedrängt wird.

Lass das Aquarium vor dem Einsetzen biologisch vollständig einfahren. Nutze stabile Filterung, regelmäßige angemessene Wasserwechsel und ausreichend Bepflanzung mit freier Schwimmroute. Die Art reagiert empfindlich auf angesammelte organische Belastung und eignet sich daher nicht für ein frisch gestartetes oder vernachlässigtes Becken. Wähle ruhige, kleine Mitbewohner und vermeide größere Räuber. Eine Abdeckung ist bei kleinen aktiven Fischen eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme.

Wasserwerte

Seriously Fish nennt 20–26 °C, pH 5,5–7,5 und GH 1–12 dGH. FishBase führt auf Grundlage der Art-Neubeschreibung eine Aquarientemperatur von 22–28 °C, pH 5,8–7,8 und Härte 5–25 dH auf. Eine vorsichtige Schnittmenge liegt bei ungefähr 22–26 °C, pH 5,8–7,5 und GH 5–12 dGH. Die Neubeschreibung nennt außerdem 22–28 °C als beobachtete natürliche Bedingungen; ein Feldbereich ist nicht dasselbe wie ein erforderlicher Aquarienwert. Ein verlässlicher artspezifischer KH-Zielwert liegt nicht vor.

Nutze diese Spanne als Orientierung, nicht als scharfe Grenze. Stabilität und geringe organische Belastung sind wichtiger als schnelle Korrekturen. Prüfe Ausgangswasser und Hälterungsbedingungen beim Züchter oder Händler und gewöhne Fische langsam ein. Füge Puffer oder Mineralprodukte nicht ohne Messgrund hinzu.

Verhalten und Gruppengröße

Der Rote von Rio ist friedlich, doch Männchen imponieren einander und zeigen zeitweise Rangverhalten. In einem ausreichend großen Schwarm verteilt sich die Aufmerksamkeit und die Tiere können ihre Flossen präsentieren. Acht bis zehn ist ein praktisches Minimum; größere Gruppen sind oft sozialer. Achte auf anhaltendes Jagen, beschädigte Flossen oder isolierte Tiere. Dann sind mehr Platz, bessere Sichtunterbrechungen oder eine andere Gruppenzusammensetzung nötig.

Geeignet sind ruhige Fische ähnlicher Größe, etwa kleine südamerikanische Salmler, kleine Beilbauchfische und Panzerwelse. Nicht räuberische Zwergbuntbarsche passen nur, wenn Einrichtung und Platz ausreichend sind. Vermeide große Räuber und aktive Flossenzupfer. Serpae-Salmler sind nicht zu empfehlen: Flossenzupfen und Futterkonkurrenz wiegen schwerer als ähnliche Wasserwerte. Beurteile jede Kombination nach Verhalten, Endgröße und verfügbarem Raum.

Ernährung

In der Natur frisst die Art kleine Insekten, Würmer, andere kleine Wirbellose und pflanzliches Material. Im Aquarium bietet man feines Trockenfutter und kleine Lebend- oder Frostfuttertiere wie Wasserflöhe und Mückenlarven an. Abwechslung entspricht der beschriebenen omnivoren Ernährung besser als ein einziges Trockenfutter.

Feine Flocken oder Mini-Granulat können als tägliches Grundfutter dienen, wenn alle Tiere die Partikel aufnehmen können. Gib kleine Portionen und prüfe, ob auch rangniedrigere Fische genug erhalten. Entferne Reste, damit die organische Belastung gering bleibt. TetraMin Mini Granules ist eine passende fein gekörnte Option für kleine Süßwasserfische; die Aufnahme muss jedoch bei der Gruppe geprüft werden. Es ist keine ausschließliche Fütterungsvorschrift.

Zucht

Der Rote von Rio ist ein Freilaicher und betreibt keine Brutpflege. Für eine kontrollierte Zucht wird ein separates, eingefahrenes und schwach beleuchtetes Becken genutzt. Feinfiedrige Pflanzen, ein Laichmop, Murmeln oder ein Gitter halten Eier außerhalb der Reichweite der Eltern. Sorge für sanfte, aber ausreichende Sauerstoffversorgung. Konditioniere gesunde Zuchttiere mit abwechslungsreichem Kleinfutter und entferne die Eltern nach dem Ablaichen.

Eine wissenschaftliche Neubeschreibung berichtet, dass Weibchen etwa 200–330 Eizellen auf Steinen, Pflanzen oder untergetauchtem Material ablegen können; der Schlupf wurde nach ungefähr zwei bis drei Tagen beschrieben. Das sind Beobachtungen, keine garantierte Ausbeute oder feste Zeit für jedes Aquarium. Larven brauchen zunächst sehr feines Futter wie Infusorien oder Paramecium. Größere Nahrung erst geben, wenn die Jungfische sie bewältigen. Halte das Aufzuchtbecken sauber, ohne die Jungfische versehentlich abzusaugen.

Quellen & Prüfung

Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.

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