Roter Phantomsalmler
Megalamphodus sweglesi

Der Rote Phantomsalmler (Megalamphodus sweglesi) ist ein aktiver, zugleich friedlicher Schwarmfisch aus dem Orinoko-Gebiet. Männchen spreizen bei ihren Balz- und Imponierbewegungen die verlängerte Rücken- und Afterflosse; das Foto zeigt ein adultes Männchen der leuchtend roten Form. Halte mindestens acht bis zehn Tiere zusammen und biete Schwimmraum sowie bepflanzte Randzonen als Deckung. Der ältere Handelsname Hyphessobrycon sweglesi ist weiterhin verbreitet, aktuell wird jedoch Megalamphodus sweglesi verwendet. So kann jedes Tier natürliches Gruppenverhalten zeigen und findet Deckung, ohne dass der freie Schwimmbereich verloren geht.
Aquarium planen →Auf einen Blick
- Temperatur
- 22–23 °C
- pH
- 6,5–7,5
- GH
- 8–12 °dGH
- Aquariumlänge
- Ab 80 cm
- Mindestvolumen des Aquariums
- Ab 72 L
- Endgröße
- Bis 3,5 cm
- Gruppengröße
- Ab 8 Tiere
- Verhalten
- Friedlich
Über diese Art
Der Rote Phantomsalmler ist ein kleiner Salmler aus dem oberen und mittleren Einzugsgebiet des Orinoko in Kolumbien und Venezuela. Die akzeptierte Kombination lautet Megalamphodus sweglesi (Géry, 1961); Hyphessobrycon sweglesi ist die bekannte ältere Kombination. Die Art wird kommerziell gezüchtet und in mehreren Farbformen gehandelt. Taxonomische Arbeiten behandeln die besonders rote, mitunter „rubra“ genannte Form als dieselbe Art und nicht als eigenes Taxon.
Seriously Fish nennt etwa 35 mm Standardlänge, also ohne Schwanzflosse. Das Foto dieser Seite zeigt ein adultes Männchen der kräftig roten Form mit dunklem Schulterfleck und verlängerten Flossen. Männchen entwickeln längere Rücken- und Afterflossen; Weibchen sind meist hochrückiger. Färbung und Flossenentwicklung variieren mit dem individuellen Zustand.
Natürlicher Lebensraum
In der Natur lebt die Art in kleineren Zuflüssen, Altarmen und überfluteten Waldgebieten und nicht nur im Hauptstrom. In Venezuela kommt sie auch in Morichales vor: klares Wasser mit Sandboden und dichter Wasser- oder Ufervegetation. Aus anderen Teilen des Verbreitungsgebiets sind sowohl fließende Schwarzwasserbereiche als auch ruhige Überschwemmungsseen bekannt. Ein einzelner Gewässertyp ist daher keine Pflicht.
Im Aquarium sollten geschützte, ruhige Bereiche neben freiem Schwimmraum vorhanden sein. Sand, verzweigtes Holz und Pflanzen an den Rändern passen gut. Laub kann optional Deckung und Mikroorganismen einbringen, muss aber sinnvoll gepflegt werden. Auch ein klares bepflanztes Aquarium eignet sich; extreme Säure oder instabile Bedingungen sind nicht nötig, nur um ein Biotop nachzuahmen.
Aquarium und Einrichtung
Seriously Fish nennt eine Grundfläche von 80 × 30 cm und ungefähr 72 Liter als kleinste erwägenswerte Beckengröße. Entscheidend sind Länge und Bodenfläche: dasselbe Volumen in einem hohen, schmalen Becken bietet nicht denselben Schwimmraum. Dies ist eine praktische Quellenempfehlung und keine allgemeine Besatzgarantie. Halte eine gemischte Gruppe von mindestens acht bis zehn Tieren; in einer ausreichend großen Gruppe zeigen sich Balz und Sozialverhalten besser.
Nutze ein eingefahrenes Aquarium mit stabiler Filterung, Sand oder einem anderen sicheren feinen Bodengrund, Holz und bepflanzten Randzonen. In der Mitte bleibt freie Schwimmfläche. Die Art ist aktiv und nutzt vor allem die mittlere bis obere Zone. Schaffe geschützte Bereiche, ohne das ganze Becken zuzustellen. Eine Abdeckung ist sinnvoll, da das Sprungverhalten nicht ausreichend untersucht ist, um ein offenes Aquarium als sicher zu empfehlen.
Wasserwerte
Seriously Fish nennt 20–28 °C, pH 4,5–7,5 und GH 1–12 dGH. FishBase führt einen engeren Temperaturbereich von 20–23 °C und pH 5,5–7,5 auf; die Aquariumwerte beruhen dort auf älterer Literatur. Tetra empfiehlt allgemein für das Aquarium 22–24 °C, pH etwa 6,5–8,5 und GH 8–15 dH. Wegen dieser Unterschiede verwenden wir für ein übliches Gesellschaftsbecken eine vorsichtige Schnittmenge von ungefähr 22–23 °C, pH 6,5–7,5 und GH 8–12 dGH. Das ist keine nachgewiesene biologische Grenze und ersetzt keine Information zur Herkunft der Tiere.
Stabilität und langsame Eingewöhnung sind wichtiger als ein einzelner Zahlenwert. Vermeide abrupte pH-Korrekturen. Ein verlässlicher artspezifischer KH-Zielwert ließ sich nicht feststellen; leite daher keinen KH-Wert aus dem pH ab. Prüfe die Bedingungen beim Händler und gewöhne die Fische behutsam ein.
Verhalten und Gruppengröße
Der Rote Phantomsalmler ist friedlich, aber lebhaft. In der Gruppe präsentieren sich die Männchen gegenseitig und spreizen ihre Flossen, um Weibchen zu beeindrucken und vorübergehende Rangordnungen aufzubauen. Halte acht bis zehn oder mehr Tiere, damit sich die Aufmerksamkeit nicht ständig auf einen Fisch richtet. Kurze Imponierbewegungen sind normal; andauernde Jagden, beschädigte Flossen oder ein abgesondertes Tier deuten auf Probleme mit Platz, Gruppengröße oder Mitbewohnern hin.
Ruhige Fische ähnlicher Größe können passen, etwa kleine südamerikanische Salmler, Beilbauchfische und geeignete kleine Welse. Kleine bis mittelgroße, nicht räuberische Zwergbuntbarsche sind abhängig von Einrichtung und Revieren nur bedingt geeignet. Vermeide große Räuber und bekannte Flossenzupfer. Serpae-Salmler sind deshalb eine riskante Kombination: das Verhalten zählt mehr als überlappende Wasserwerte. Gib jeder Art eine passende eigene Gruppe und ausreichend Schwimmraum.
Ernährung
In der Natur frisst die Art wahrscheinlich kleine Wirbellose, Krebstiere, Fadenalgen und herabgefallene Früchte. Im Aquarium nimmt sie gewöhnlich feines Trockenfutter an; abwechslungsreiche geeignete Lebend- oder Frostkost wie Wasserflöhe, kleine Mückenlarven oder Moina entspricht der beschriebenen Nahrung besser.
Feine Flocken oder Mini-Granulat können als tägliches Grundfutter dienen, wenn alle Fische die Partikel leicht aufnehmen. Tetra nennt für die Art fein gekörnte Futtersorten wie TetraMin oder Micro Pellets; füttere kleine Portionen und beobachte die Aufnahme. Wechsle Trockenfutter mit kleinen tierischen Futtersorten ab und vermeide Überfütterung. Verteile das Futter so, dass auch weniger dominante Tiere fressen. Ein verlinktes passendes Produkt ist eine praktische Möglichkeit, keine ausschließliche oder zwingende Nahrung.
Zucht
Die Art streut ihre Eier frei und betreibt keine Brutpflege. In einem eingefahrenen, dicht bepflanzten Aquarium können Jungfische auftauchen; Eier und Larven sind jedoch durch erwachsene Tiere gefährdet. Für eine gezielte Zucht eignet sich ein separates, eingefahrenes Becken mit gedämpftem Licht. Verwende feinfiedrige Pflanzen, einen Laichmop, Murmeln oder ein Gitter, durch das Eier außerhalb der Reichweite der Eltern fallen. Ein Schwammfilter oder Ausströmer sorgt für sanfte Bewegung und Sauerstoff.
Die Fachquelle empfiehlt leicht saures bis neutrales Wasser und eine Temperatur am oberen Ende des üblichen Bereichs, ohne einen universellen Zuchtwert festzulegen. Konditioniere die Elterntiere zuvor mit abwechslungsreichem Kleinfutter. Ein Paar oder eine kleine Gruppe kann eingesetzt werden; kontrolliere auf Eier und entferne die Eltern danach. Die ersten Larven brauchen sehr feines Futter wie Paramecium oder Staubfutter von etwa 5–50 Mikrometern. Artemia-Nauplien oder Mikrowürmer folgen erst, wenn die Jungfische sie bewältigen.
Quellen & Prüfung
Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.
Verwendete Quellen anzeigen
- Zoological Journal of the Linnean Society — Melo et al. 2024, Phylogenomics of Characidae and phylogenetic classification
- Vertebrate Zoology — D. Bork, A. Zarske and H.J. Richter — source of the female photograph
- Creative Commons — Creative Commons Attribution 4.0 International
- Seriously Fish — Megalamphodus sweglesi species profile, revised 2026
- FishBase — Megalamphodus sweglesi — FishBase
- California Academy of Sciences — Eschmeyer’s Catalog of Fishes — Megalamphodus sweglesi
- Tetra — Red phantom tetras — Tetra Fishkeeper Blog
- D. Bork, A. Zarske and H.J. Richter / Wikimedia Commons — Hyphessobrycon sweglesi (31473-A).png — Wikimedia Commons

