Kirschflecksalmler
Megalamphodus erythrostigma

Der Kirschflecksalmler (Megalamphodus erythrostigma) ist ein relativ großer, friedlicher Schwarmfisch aus dem oberen Amazonasgebiet. Der rote Schulterfleck ist sein bekanntestes Merkmal. Ausgewachsene Männchen entwickeln längere Flossen und können sich untereinander leicht territorial verhalten. Halte mindestens acht bis zehn Tiere in einem eingefahrenen, geräumigen Aquarium mit freiem Schwimmraum, Schatten und Deckung. Dieser Ratgeber erläutert aktuelle Taxonomie, Lebensraum, Wasserwerte, Ernährung und Fortpflanzung.Bei der Planung eines Gesellschaftsbeckens sind auch Endgröße, Futterkonkurrenz und das ruhige Temperament der Mitbewohner zu berücksichtigen. Beobachte die Tiere nach dem Einsetzen regelmäßig und passe die Einrichtung bei anhaltendem Stress an.
Aquarium planen →Auf einen Blick
- Temperatur
- 21–28 °C
- pH
- 4,0–7,5
- GH
- 1–12 °dGH
- Aquariumlänge
- Ab 90 cm
- Mindestvolumen des Aquariums
- Ab 81 L
- Endgröße
- Bis 6 cm
- Gruppengröße
- Ab 8 Tiere
- Verhalten
- Friedlich, Territorial
Über diese Art
Die aktuelle Kombination neuerer Fachliteratur lautet Megalamphodus erythrostigma (Fowler, 1943). Viele Aquarienquellen verwenden weiterhin Hyphessobrycon erythrostigma; Hemigrammus erythrostigma und Hyphessobrycon rubrostigma sind historische Namen derselben Art. Der rote Schulterfleck ist ein auffälliges Merkmal. Seriously Fish nennt maximal etwa 60 mm Standardlänge, ohne Schwanzflosse.
Ausgewachsene Männchen werden größer und intensiver gefärbt; Rücken-, Bauch- und Afterflossen sind verlängert. Weibchen sind rundlicher, besonders wenn sie Eier tragen. Bei jungen oder gestressten Fischen können Farbe und Flossenform weniger deutlich sein. Achte auf das Gesamtmuster und behandle ältere Handelsnamen nicht als eigene Arten.
Natürlicher Lebensraum
Die Art lebt im oberen Amazonasgebiet, wo Brasilien, Peru und Kolumbien zusammentreffen, vom Einzugsgebiet des Purus mindestens bis zum Nanay bei Iquitos. Sie bewohnt langsam fließende Nebenarme und Waldseen, oft zwischen Wurzeln, Ästen und Uferpflanzen. Beschriebene Fundorte umfassen weiches, braun gefärbtes Wasser und einen trüben Weißwasserstandort. Eine einzelne Schwarzwasserbeschreibung bildet den natürlichen Lebensraum daher nicht vollständig ab.
Biete Holz, Pflanzen und Schattenzonen. Schwimmpflanzen sind optional; lasse freien Schwimmraum. Laub kann Deckung und Mikroorganismen bieten, ist aber nicht notwendig und muss gepflegt werden, da Zersetzung die Wasserqualität beeinflusst. Dunkler Bodengrund kann die Farben betonen, ist jedoch keine biologische Voraussetzung.
Aquarium und Einrichtung
Seriously Fish empfiehlt etwa 90 × 30 cm Grundfläche und rund 81 Liter als kleinste in Betracht zu ziehende Beckengröße. Länge und Bodenfläche sind besonders wichtig; ein hohes, schmales Becken mit gleichem Volumen ist kein Ersatz. Die Art erreicht ungefähr 6 cm Standardlänge und nutzt großzügigen Schwimmraum. Halte eine gemischte Gruppe von mindestens acht bis zehn Tieren.
Das Aquarium muss biologisch eingefahren, stabil und sauber sein. Organische Belastung verträgt die Art schlecht; plane regelmäßige Wasserwechsel und vermeide Überfütterung. Bepflanze die Ränder, nutze Holz als Deckung und schaffe Sichtbarrieren, damit ausgewachsene Männchen einander ausweichen können. Nicht in ein frisch gestartetes Becken einsetzen. Kontrolliere Futteraufnahme und anhaltende Verfolgungen.
Wasserwerte
Der artspezifische Aquarienbereich bei Seriously Fish beträgt 21–28 °C, pH 4,0–7,5 und GH 1–12 dGH. Das sind breite Pflegegrenzen, keine Werte, die abrupt erreicht werden sollen. Feldforschung beschreibt an einigen Orten saurere Bedingungen, aber auch einen trüben Weißwasserstandort. Die natürlichen Fundorte zeigen Vielfalt und ergeben keinen einzelnen Aquarienzielwert. Ein verlässlicher artspezifischer KH-Zielwert ist nicht belegt.
Wähle stabile Werte in einem passenden Bereich und halte Ammoniak sowie Nitrit bei null. Vermeide schnelle pH-Korrekturen und große Änderungen von Temperatur oder Mineralgehalt. Gewöhne neue Fische langsam ein und richte die Pflege nach gemessener Wasserqualität aus. Sauberes, stabiles Wasser ist wichtiger als die Nachbildung eines einzelnen Extremstandorts.
Verhalten und Gruppengröße
Kirschflecksalmler sind meist friedlich und gesellig. Ausgewachsene Männchen können sich gegenseitig imponieren und etwas territorial verhalten. Eine Gruppe von mindestens acht bis zehn verteilt die Aufmerksamkeit. Biete Pflanzen, Holz und Sichtschutz zum Rückzug. Anhaltendes Jagen, beschädigte Flossen oder ein vom Futter ausgeschlossener Fisch sind Anlass, Platz oder Gruppenzusammensetzung zu prüfen.
Geeignet sind ruhige Mitbewohner ähnlicher Größe, etwa Salmler, Beilbauchfische, Bleistiftfische, kleinere Panzerwelse oder nicht räuberische mittelgroße Buntbarsche in einem großen Becken. Vermeide große Räuber, sehr kleine Beutefische und lebhafte Flossenzupfer. Ähnliche Wasserwerte allein garantieren keine Verträglichkeit; Endgröße, Aktivität, Revierverhalten, Gruppenbedarf und Schwimmlänge zählen ebenfalls.
Ernährung
Die Art ist ein opportunistischer Allesfresser. Mageninhaltsuntersuchungen nennen Fruchtreste, Wasserinsekten und Larven; die Anteile variierten je nach Fundort. Im Aquarium nimmt sie meist hochwertiges Flocken- und Granulatfutter an, ergänzt mit kleinen lebenden oder tiefgekühlten Futtertieren wie Mückenlarven, Wasserflöhen und Artemia. Fertigfutter kann pflanzliche oder Algenbestandteile enthalten.
Biete Abwechslung in rasch gefressenen Portionen. Verteile das Futter auch für rangniedrige Tiere und entferne Reste. Kleine Stücke frischer Früchte können aufgenommen werden, sollten aber nur kurz im Aquarium bleiben, damit das Wasser sauber bleibt. Obst ist eine gelegentliche Ergänzung und kein Ersatz für Alleinfutter.
Zucht
Die Art streut Eier und betreibt keine Brutpflege. Erwachsene Fische können Eier und Larven fressen; gezielte Zucht erfolgt daher am besten in einem separaten, eingefahrenen Aquarium. Verwende gedämpftes Licht, feinfiedrige Pflanzen oder einen Laichmop und bei Bedarf ein Gitter, durch das Eier außer Reichweite fallen. Sorge für sanfte Wasserbewegung und genügend Sauerstoff. Das Fachprofil nennt keine verlässliche feste Eizahl oder allgemeine Schlupfzeit.
Konditioniere gesunde Elterntiere vorher mit abwechslungsreichem Kleinfutter. Entferne sie nach dem Ablaichen und halte das Becken sauber, ohne Eier oder Larven zu stören. Die Erstnahrung muss zur Größe der Jungfische passen; feines Staubfutter oder Infusorien können nötig sein. Der Zuchterfolg hängt von Zustand und Einrichtung ab und ist nicht garantiert.
Quellen & Prüfung
Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.
Verwendete Quellen anzeigen
- Creative Commons — Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported
- Seriously Fish — Megalamphodus erythrostigma profile, revised 2026
- FishBase — Megalamphodus erythrostigma summary
- California Academy of Sciences — Eschmeyer Catalog of Fishes species record
- H. Zell (Llez) / Wikimedia Commons — Hyphessobrycon erythrostigma — Wilhelma 01

