Zum Inhalt
Lerne deine Bewohner kennen. Ihre Bedürfnisse stehen zuerst.
aquariumwebshop
Haltungsratgeber · Süßwasser · Fische

Goldsalmler

Hemigrammus rodwayi

Goldsalmler (Hemigrammus rodwayi)
Goldsalmler (Hemigrammus rodwayi). Foto: Daiju Azuma · Quelle · CC BY-SA 4.0Resized and compressed for site use.

Der Goldsalmler (Hemigrammus rodwayi) ist ein friedlicher, aktiver Schwarmfisch aus dem nördlichen Südamerika. Die meisten Nachzuchten sind silbergrau; die goldene Handelsform ist nicht einfach eine eigene Farbvariante, sondern hängt bei manchen Wildpopulationen mit einer Reaktion auf einen Saugwurmparasiten zusammen. Setze Aquarienfische nicht absichtlich Parasiten aus, um diese Färbung zu erhalten. Halte mindestens sechs, besser zehn oder mehr Tiere in einem gut gepflegten Aquarium mit freiem Schwimmraum und geschützten Rändern. Die Orientierung von etwa 60 × 38 cm Grundfläche und 68 Litern stammt aus einer spezialisierten Aquarienquelle.

Aquarium planen →

Auf einen Blick

Temperatur
24–28 °C
pH
5,5–7,0
GH
1–12 °dGH
Aquariumlänge
Ab 60 cm
Mindestvolumen des Aquariums
Ab 68 L
Endgröße
Bis 5,5 cm
Gruppengröße
Ab 6 Tiere
Verhalten
Friedlich

Über diese Art

Hemigrammus rodwayi ist ein kleiner südamerikanischer Salmler. Die natürliche Färbung ist oft silbergrau mit etwas Farbe in den Flossen. Seriously Fish berichtet, dass manche Wildpopulationen nach Kontakt mit einem Saugwurmparasiten goldene Guanineinlagerungen in der Haut entwickeln können. Das ist eine parasitäre Reaktion, kein Gesundheitsziel und kein Grund, Aquarienfische Parasiten auszusetzen. Viele Nachzuchten zeigen kein kräftiges Gold und bleiben silbrig.

Seriously Fish nennt etwa 55 mm Standardlänge ohne Schwanzflosse. FishBase führt 5,3 cm Gesamtlänge auf, markiert den Maximalwert jedoch als fraglich. Es sind unterschiedliche Messweisen und kein einheitliches exaktes Erwachsenenmaß. Das Verbreitungsgebiet umfasst Guyana, Suriname, Französisch-Guayana, Peru und das Amazonasbecken. Der gültige Artname ist Hemigrammus rodwayi; moderne phylogenetische Klassifikationen ordnen diese Gruppe Acestrorhamphidae zu, ältere Quellen verwenden Characidae.

Natürlicher Lebensraum

Der Goldsalmler lebt in Flüssen und Küstentiefländern Nord-Südamerikas, darunter Guyana, Suriname, Französisch-Guayana und Teile des Amazonasbeckens. Seriously Fish nennt langsam fließende Flüsse, Nebenarme und Überschwemmungsseen. FishBase beschreibt hohe Bestände in Küstenbächen und Überschwemmungsgebieten; manche Stellen können leicht brackig sein. Das ist eine lokale Naturbeobachtung und keine Empfehlung, im Aquarium Salz zuzusetzen.

Eine biotopähnliche Einrichtung kann Sand, Wurzelholz und geschützte Randbereiche nutzen; Pflanzen sind für die Gesundheit der Art nicht zwingend. Auch ein gepflegtes bepflanztes Gesellschaftsbecken kann funktionieren. Lass freies Wasser für den Schwarm und vermeide scharfkantige Dekoration oder Strömung, die Fische ständig zurückdrängt. Laub ist optional und nur geeignet, wenn es aquariensicher ist und die Pflege stabil bleibt. Das Verbreitungsgebiet umfasst mehrere Einzugsgebiete; ein einziges Schwarzwasserrezept passt daher nicht für alle Populationen.

Aquarium und Einrichtung

Seriously Fish empfiehlt für eine kleine Gruppe etwa 60 × 38 cm Grundfläche und rund 68 Liter bei 30 cm Wasserhöhe. Verwende dies als belegte untere Planungshilfe, nicht als garantierte Kapazität. Ein längeres Aquarium bietet einem aktiven Schwarm mehr horizontale Schwimmfläche. Halte mindestens sechs Tiere; zehn oder mehr sind vorzuziehen, wenn Platz und Filterung es erlauben.

Kombiniere freies Wasser mit Holz, Pflanzen oder anderen sicheren Deckungen entlang der Ränder. Sorge für einen eingefahrenen Filter und ausreichenden Gasaustausch. Das Fachprofil rechnet für etwa 68 Liter mit vier bis fünf Umwälzungen pro Stunde. Dies ist ein quellengestützter Ausgangspunkt; tatsächliche Strömung und Fischverhalten sind wichtiger als die Filterangabe allein. Eine sanfte bis mäßige Zirkulation passt, wenn Fische ohne Mühe schwimmen und fressen können.

Setze Tiere schrittweise ein und gewöhne sie ruhig an Temperatur und Wasserchemie. Prüfe nach Veränderungen, ob der ganze Schwarm frisst. Passe den Besatz an, wenn Fische ständig gejagt werden, sich verstecken oder nicht ans Futter kommen. Das Volumen ersetzt keine Beurteilung von Beifischen, Beckenlänge und Pflege.

Wasserwerte

Als Aquarienempfehlung nennt Seriously Fish 24–28 °C, pH 5,5–7,0 und GH 1–12 dGH. FishBase beschreibt 24–28 °C und einen pH ab ungefähr 6,3, die Daten dort sind aber unvollständig. Für den praktischen pH-Bereich folgt dieser Ratgeber daher dem spezialisierten Haltungsprofil. Felddaten sind nicht automatisch optimale Aquarienziele.

Halte Werte stabil und verändere ein funktionierendes Aquarium nicht abrupt, um eine Zahl zu erreichen. Die Quellen liefern keine ausreichend belegte artspezifische KH-Spanne oder Ziel-Leitfähigkeit. Füge kein Salz hinzu, nur weil manche Wildpopulationen örtlich in leicht brackigem Wasser vorkommen. Miss zuverlässig, achte auf Futteraufnahme und Atmung und führe Wasserwechsel schrittweise durch.

Für die Zucht beschreibt Seriously Fish weicheres, saureres und wärmeres Wasser als für die normale Haltung. Das sind gezielte Zuchtbedingungen, keine Standardpflege. Verwechsle die beiden Bereiche nicht.

Verhalten und Gruppengröße

Der Goldsalmler ist friedlich und profitiert von Artgenossen. Wähle Beifische nach Endgröße, Temperament, Schwimmzone, Wasserbedarf und Sozialverhalten. Gleiche Temperatur allein belegt keine Verträglichkeit. Sehr große Fische können kleine Salmler als Beute betrachten; lebhafte oder aggressive Fische können sie außerdem von Futter und Schwimmraum verdrängen.

Halte mindestens sechs zusammen, besser einen größeren Schwarm, wenn das Aquarium es zulässt. Biete freie Wasserflächen und ruhige Rückzugsbereiche. Beobachte, ob alle fressen, der Schwarm sich normal verteilt und die Flossen unbeschädigt bleiben. Dauerndes Jagen, Verstecken oder ausgelassene Mahlzeiten bedeuten, dass Besatz oder Einrichtung angepasst werden müssen. Die Art ist nicht auf eine feste Wasserzone beschränkt; eine gemeinsame Mittelwasser-Futterzone kann deshalb Futterkonkurrenz erhöhen.

Die Goldfärbung mancher Wildfische hängt mit einer parasitären Reaktion zusammen. Versuche nicht, sie durch Einschleppen von Parasiten hervorzurufen. Ein silbriger Nachzuchtfisch kann ein normaler und gesunder Goldsalmler sein.

Ernährung

Seriously Fish beschreibt die Art als leicht zu füttern; sie nimmt kleine Trocken-, Frost- und Lebendfutter an. Kleine Insektenlarven, Wasserflöhe oder Artemia sorgen für Abwechslung. Gib kleine Portionen und verteile sie bei Bedarf auf mehrere Stellen, damit auch weniger dominante Tiere fressen.

Flocken und Granulat eignen sich als tägliche Basis, wenn die Partikelgröße zum Maul passt. Feines, langsam sinkendes Granulat kann Mittelwasserfische erreichen. Entscheidend ist die tatsächliche Aufnahme: Spucken die Fische Körner aus, zerkleinere sie vorsichtig oder wähle feineres Futter. Ergänze Trockenfutter durch passende tierische Nahrung; ein einzelnes Produkt muss nicht die ganze Ernährung abdecken.

In der bestehenden Produktdatenbank ist TetraMin Mini Granules als geeignetes kleines Hauptfutter verknüpft. Prüfe, ob der Schwarm die Körner tatsächlich schluckt, und entferne Reste. Überfütterung verschlechtert die Wasserqualität.

Zucht

Gezielte Zucht kann in einem separaten, eingefahrenen Becken mit gedämpftem Licht, feinen Pflanzen oder einem Gitter erfolgen, das Eier vor den Erwachsenen schützt. Die Art streut Eier und betreibt keine Brutpflege; erwachsene Tiere können die Eier fressen. Entferne die Elterntiere nach dem Laichen, wenn du die Eier erhalten willst. Verwende sanfte Filterung, damit kleine Larven nicht eingesogen werden.

Seriously Fish beschreibt eine Methode ähnlich wie bei anderen Hemigrammus: weicheres, saures Wasser, etwa 26,5–29 °C, Schlüpfen nach ungefähr 24–36 Stunden und freies Schwimmen einige Tage später. Das sind berichtete Zuchtbedingungen, kein garantiertes Ergebnis. Die Larven sind zunächst winzig und brauchen sehr feines Erstfutter. Bereite Becken und Futter vor dem Zuchtversuch vor.

Ein separates Zuchtbecken ist für die normale Haltung nicht erforderlich. Notiere Temperatur und Wasserchemie und korrigiere sie nicht abrupt. Beende den Versuch, falls die Wasserqualität nachlässt.

Quellen & Prüfung

Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.

Verwendete Quellen anzeigen