Gelber Labidochromis
Labidochromis caeruleus

Der Gelbe Labidochromis (Labidochromis caeruleus), im Handel oft Electric Yellow oder Yellow Lab genannt, ist ein auffällig gefärbter Mbuna aus dem Malawisee. Die beliebte gelbe Aquarienform ändert nichts an den felsbewohnenden und territorialen Ansprüchen eines afrikanischen Buntbarsches. Er benötigt hartes, alkalisches und stabiles Wasser, eine großzügige Grundfläche, Felsaufbauten mit Verstecken und eine Ernährung mit hohem pflanzlichem Anteil. Ein genanntes Minimum von etwa 154 Litern ist nur eine Untergrenze für ein geeignetes Becken, keine pauschale Empfehlung für eine gemischte Malawi-Gemeinschaft. Während der Fortpflanzung kann ein Männchen Weibchen energisch verfolgen. Vergesellschaftet werden sollte er nur mit Fischen, deren Wasserchemie, Endgröße, Platzbedarf und Verhalten zusammenpassen. Weichwasser-Zwergbuntbarsche und andere Labidochromis-Farbformen sollten wegen abweichender Ansprüche und möglicher Kreuzungen vermieden werden.
Aquarium planen →Auf einen Blick
- Temperatur
- 24–28 °C
- pH
- 7,7–8,6
- GH
- 10–25 °dGH
- Aquariumlänge
- Ab 90 cm
- Mindestvolumen des Aquariums
- Ab 154 L
- Endgröße
- Bis 10 cm
- Gruppengröße
- Ab 4 Tiere
- Verhalten
- Friedlich, Territorial
Über diese Art
Der anerkannte Name lautet Labidochromis caeruleus Fryer, 1956 aus der Familie Cichlidae. Die Art ist im ostafrikanischen Malawisee endemisch und entlang des nordwestlichen Ufers nachgewiesen. „Electric Yellow“ bezeichnet eine leuchtend gelbe Handelsform, keine eigene Art oder Unterart. Natürlich kommen auch andere Farbformen, darunter blaue und weiße, vor. Seriously Fish zufolge ist der Großteil der angebotenen Tiere Nachzucht. Erkundige dich nach Möglichkeit nach der Herkunft und vermeide Gruppen mit unklar vermischten Zuchtlinien.
Seriously Fish nennt 10 cm Standardlänge, FishBase dagegen maximal 8,1 cm Standardlänge. Da die Angaben voneinander abweichen und die Standardlänge die Schwanzflosse ausschließt, verwenden wir etwa 8–10 cm als berichtete Spanne statt eines exakten Einzelwerts. Durch den kräftigen Körper und die Flossen kann der Fisch größer wirken. FishBase zeigt „Least Concern“ auf Grundlage einer Bewertung von 2018; das ist keine aktuelle Garantie für jede lokale Population.
Natürlicher Lebensraum
L. caeruleus kommt ausschließlich im Malawisee vor. Die Art wurde sowohl in Felsbereichen als auch in dichten Vallisnerienbeständen gefunden. Eine Mischung aus Steinen, Spalten und etwas Vegetation ist daher natürlicher als ein völlig kahles Aquarium. Die gelbe Form ist aus einem kleineren Seebereich bekannt als manche blauen und weißen Formen. Diese geografische Information hilft bei der Herkunftseinordnung, sagt aber allein nicht das Verhalten eines Aquarienfisches voraus.
Das Seewasser ist mineralreich und alkalisch. Für die Pflege gelten die artspezifischen Aquarienwerte von Seriously Fish; Messungen am natürlichen Fundort sind keine eigenen Aquarienzielwerte. Stabilität, guter Gasaustausch und sauberes Wasser haben Vorrang. Das konsultierte Artprofil legt keinen kontrollierten KH-Zielwert fest, daher wird keiner als Tatsache angegeben.
Aquarium und Einrichtung
Seriously Fish nennt 90 × 45 cm Grundfläche und ungefähr 154 Liter als Mindestmaß. Das ist eine Untergrenze für ein sorgfältig eingerichtetes Aquarium, keine Empfehlung für eine gemischte Malawi-Gemeinschaft. Größere Tiere oder mehrere territoriale Arten brauchen mehr Platz. Baue Felsaufbauten standsicher mit Höhlen und Spalten und lasse dazwischen freie Schwimmflächen. Schwere Steine müssen sicher stehen, bevor Sand eingefüllt wird, damit grabende Fische sie nicht unterwühlen.
Sand passt zum Lebensraum. Vallisnerien können in geschützten Bereichen versucht werden, doch Einrichtung und einzelne Fische beeinflussen, ob Pflanzen erhalten bleiben; eine Garantie gibt es nicht. Verwende eine wirksame biologische Filterung und richte den Auslass für guten Sauerstoffaustausch ein, ohne jedes Versteck unruhig zu machen. Regelmäßige Wasserwechsel und Kontrollen der Grundwerte sind wichtig. Das genannte Mindestmaß ist nicht automatisch für eine dauerhafte Vergesellschaftung geeignet.
Wasserwerte
Das spezialisierte Aquarienprofil nennt 24–28 °C, pH 7,7–8,6 und GH 10–25 dGH. Das sind Bereiche, keine Werte, zwischen denen täglich geschwankt werden sollte. Wähle einen stabilen Punkt, der zum gemessenen Ausgangswasser und zum übrigen Malawi-Becken passt. GH bezeichnet die Gesamthärte und ist nicht mit KH oder Alkalinität gleichzusetzen. Die konsultierte Quelle nennt keinen artspezifischen KH-Bereich, daher erfinden wir keinen.
Verwende keine schnellen pH-Mittel, um eine Zahl zu erzwingen. Miss zuerst das Ausgangswasser und ändere Werte nur langsam, mit Blick auf den gesamten Besatz. Das Aquarium muss biologisch eingefahren sein, bevor Fische einziehen. Ammoniak und Nitrit sollten nicht nachweisbar sein. Gute Belüftung, passende Filterpflege und kontrollierte Futterportionen unterstützen stabile Bedingungen.
Verhalten und Gruppengröße
Für einen Mbuna gilt diese Art als relativ friedlich; „friedlicher“ bedeutet jedoch nicht ohne Revierverhalten. Während des Laichens kann ein Männchen einen Platz verteidigen und Weibchen energisch verfolgen. Sorge für Sichtbarrieren, mehrere Wege zwischen den Verstecken und ausreichend Platz. Die Quelle empfiehlt für gezielte Zucht ein Männchen mit mehreren Weibchen; das ist eine Zuchtkonstellation und keine allgemeine Besatzregel für jedes Gesellschaftsbecken. Beobachte die Tiere nach dem Einsetzen und greife ein, wenn Verfolgung anhält, Verletzungen auftreten oder Fische nicht fressen können.
Ein Malawi-Biotop mit Arten, die ähnliche Härte, Alkalinität, Endgröße und Verhaltensansprüche haben, ist der sicherste Ausgangspunkt. Weichwasser-Zwergbuntbarsche sollten nicht beiläufig dazugesetzt werden: Die veröffentlichten Werte von Apistogramma agassizii überschneiden sich kaum und die Arten haben unterschiedliche Lebensweisen; die Kombination ist daher abzuraten. Vermische auch keine Farbformen oder anderen Labidochromis-Arten, wenn die Zuchtlinien erhalten bleiben sollen, denn Kreuzungen sind möglich. Eine ähnliche Temperatur allein beweist keine Verträglichkeit.
Ernährung
Die Pflegequelle empfiehlt, dass pflanzliche Nahrung wie Spirulinaflocken oder blanchiertes Grünzeug einen großen Anteil bildet. Ergänze abwechslungsreich geeignete kleine Portionen tierischer Nahrung; eine ausschließlich eiweißreiche Fütterung entspricht nicht dem beschriebenen Bedarf. Achte darauf, dass alle Tiere fressen und keine Reste zwischen den Steinen liegen bleiben.
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Zucht
Diese Art ist ein maternaler Maulbrüter. Bei der Balz reinigt und verteidigt das Männchen einen Laichplatz; anschließend nimmt das Weibchen die Eier ins Maul und bebrütet sie dort. Seriously Fish berichtet von etwa 5–30 Eiern und einer Tragzeit von bis zu drei oder vier Wochen. Das sind veröffentlichte Beobachtungen, keine garantierten Zahlen oder ein fester Zeitplan für jedes Aquarium. Ein verdicktes Maul kann auf ein brütendes Weibchen hindeuten, das zeitweise weniger oder gar nicht frisst.
Setze ein Weibchen nicht automatisch um: Stress kann zum vorzeitigen Ausspucken oder Verlust des Geleges führen. Ein separates Zuchtbecken ist nur mit klarem Plan, eingefahrener Filterung und passenden Wasserwerten sinnvoll. Die Quelle nennt frisch geschlüpfte Artemia als geeignetes Erstfutter für freischwimmende Jungfische. Halte den Nachwuchs von Fischen fern, die ihn fressen könnten, und füttere kleine, größenangepasste Portionen. Die Geschlechtsbestimmung nur anhand schwarzer Flossenzeichnungen ist unzuverlässig und variiert zwischen Individuen.
Quellen & Prüfung
Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.
Verwendete Quellen anzeigen
- Tropical — Tropical Spirulina Flakes 100ml — manufacturer
- Creative Commons — Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported
- Seriously Fish — Labidochromis caeruleus — aquarium profile
- FishBase — Labidochromis caeruleus Fryer, 1956 — FishBase
- California Academy of Sciences — Eschmeyer’s Catalog of Fishes — Labidochromis caeruleus
- Integrated Taxonomic Information System — ITIS report — Labidochromis caeruleus, TSN 649132
- GBIF — Labidochromis caeruleus Fryer, 1956 — GBIF Backbone
- Wikimedia Commons / Julian Matz — Labidochromis caeruleus (male).jpg

