Zum Inhalt
Lerne deine Bewohner kennen. Ihre Bedürfnisse stehen zuerst.
aquariumwebshop
Haltungsratgeber · Süßwasser · Fische

Gabelschwanz-Blauauge

Pseudomugil furcatus

Gabelschwanz-Blauauge (Pseudomugil furcatus)
Männchen des Gabelschwanz-Blauauges. Foto: Dirk Godlinski · Quelle · CC BY-SA 3.0Verkleinert und komprimiert; kein Beschnitt oder Farbänderungen.

Das Gabelschwanz-Blauauge (Pseudomugil furcatus) ist ein kleiner, auffällig gezeichneter Blauaugenfisch aus dem Osten Papua-Neuguineas. Ausgewachsene Männchen zeigen verlängerte, gelb gesäumte Flossen und eine deutlich gegabelte Schwanzflosse. Die friedliche Art braucht dennoch ein eingefahrenes Aquarium, stabile Wasserwerte und eine Gruppe von mindestens acht Tieren. Wegen des kleinen Mauls ist feines Futter wichtig. Gestalten Sie das Becken dicht bepflanzt mit freien Schwimmzonen, sauerstoffreichem Wasser und sanfter bis mäßiger Strömung. Ein natürliches gemeinsames Vorkommen beweist nicht automatisch, dass jede Aquarienkombination sicher ist. Damit eignet sich die Art für ein sorgfältig geplantes Gesellschaftsbecken, jedoch nicht für einen unvorbereiteten Start. Planen Sie zuerst die erwachsene Gruppe und passendes Futter; prüfen Sie danach, ob Verhalten und tatsächliches Wasser zu den Mitbewohnern passen.

Aquarium planen →

Auf einen Blick

Temperatur
24–28 °C
pH
7,0–8,0
GH
15–30 °dGH
Aquariumlänge
Ab 60 cm
Mindestvolumen des Aquariums
Ab 54 L
Endgröße
Etwa 6 cm
Gruppengröße
Ab 8 Tiere
Verhalten
Friedlich

Über diese Art

Das Gabelschwanz-Blauauge gehört zur Familie Pseudomugilidae. Der anerkannte wissenschaftliche Name lautet Pseudomugil furcatus Nichols, 1955. In älterer Literatur und im Handel wurden auch Popondetta furcata und Popondichthys furcatus verwendet. Diese Namen bezeichnen dieselbe Art und keine zusätzlichen Fische. Das Epitheton furcatus bezieht sich auf die gegabelte Schwanzflosse.

Der Körper ist gelbgrün bis silbrig. Ausgewachsene Männchen sind meist farbiger und entwickeln längere Rücken-, After- und Bauchflossen. Die gelblichen Schwanzlappen besitzen dunkle Ränder; bei gutem Licht fällt das blaue Auge besonders auf. Weibchen haben kürzere und weniger auffällige Flossen. ANGFA nennt etwa 5–6 cm Körperlänge. Seriously Fish berichtet bis zu 60 mm Standardlänge, also bis zum Schwanzstiel ohne Schwanzflosse; die Gesamtlänge wirkt daher größer. Nicht mit dem verwandten Pseudomugil connieae verwechseln, dessen Färbung und Flossenzeichnung abweichen.

Natürlicher Lebensraum

Die Art ist in einem kleinen Gebiet im Osten Papua-Neuguineas endemisch, darunter die Einzugsgebiete der Flüsse Musa und Kwagira zwischen Dyke Ackland Bay und Collingwood Bay. Sie lebt in klaren Waldbächen mit reichlich Ufer- und Wasserpflanzen. Beschreibungen nennen langsame bis relativ rasche Strömung; Standort und Jahreszeit spielen eine Rolle. Ein einzelner Aquarien-Durchflusswert kann diese Vielfalt nicht abbilden.

Eine Feldmessung von 1981 nennt 24–28,5 °C, pH 7–8 und eine Härte von 90–180 ppm. Das sind Messwerte natürlicher Fundorte und kein Beweis, dass jedes Aquarientier genau diese Werte benötigt. Seriously Fish nennt für die Aquarienpflege 24–28 °C, pH 7–8 und GH 15–30 °dGH. Diese Aquarienempfehlung dient als Ausgangspunkt; abrupte Änderungen vermeiden. Vom Lebensraum lassen sich vor allem klares, sauerstoffreiches Wasser, Pflanzen, etwas Strömung und ein biologisch gereiftes System ableiten.

Aquarium und Einrichtung

Seriously Fish nennt eine Grundfläche von 60 × 30 cm und etwa 54 Liter als kleinste zu erwägende Größe. Das ist eine Untergrenze für eine passende Gruppe, keine Garantie für jede Einrichtung; Mitbewohner benötigen zusätzlichen Platz. Ein längeres Aquarium bietet dem Schwarm mehr Bewegungsraum und hilft scheuen Tieren, natürliches Verhalten zu zeigen. Halten Sie mindestens acht, besser acht bis zehn oder mehr Tiere, sofern das Becken die Gruppe tragen kann.

Verwenden Sie einen eingefahrenen Filter mit gutem Gasaustausch, dessen Auslass keine dauerhafte starke Strömung erzeugt. Die Art kommt in unterschiedlichen Strömungen vor, muss im Aquarium aber ohne Kampf gegen einen kräftigen Strom ruhen und fressen können. Bepflanzen Sie Seiten und Rückwand, nutzen Sie bei Bedarf Schwimmpflanzen zur Lichtstreuung und lassen Sie einen Teil der mittleren Wasserschicht offen. Feine Pflanzen oder Moos bieten Deckung und mögliche Laichflächen. Eine Abdeckung ist eine sinnvolle allgemeine Vorsorge für kleine aktive Fische. Setzen Sie die Gruppe erst ein, wenn die biologische Filterung stabil ist und Ammoniak sowie Nitrit nicht nachweisbar sind.

Wasserwerte

Seriously Fish gibt für die Aquarienpflege 24–28 °C, pH 7,0–8,0 und GH 15–30 °dGH an. ANGFA berichtet aus dem natürlichen Lebensraum 24–28,5 °C, pH 7–8 und eine Härte von 90–180 ppm. Härteangaben in ppm sind keine direkte Aquarien-GH-Messung; behandeln Sie die Feldwerte daher nicht als exakt umrechenbares Ziel. Auf Grundlage der verfügbaren Aquarienempfehlung verwendet dieser Guide 24–28 °C, pH 7–8 und GH 15–30 °dGH als Pflegebereich.

Stabilität ist ebenso wichtig wie die Wahl eines Zahlenwerts. Die Art gilt als empfindlich gegenüber Schwankungen in einem unreifen Aquarium. Messen Sie mit geeigneten Tests, pflegen Sie das Becken regelmäßig und korrigieren Sie Abweichungen langsam. Schnelle chemische pH-Korrekturen zur Erzwingung eines Zielwerts vermeiden. Die geprüften Quellen belegen keinen artspezifischen KH-Zielwert; deshalb wird keiner angegeben. Passende Filterung, Gasaustausch und regelmäßige angemessene Wasserwechsel helfen, die Bedingungen stabil zu halten.

Verhalten und Gruppengröße

Es handelt sich um einen friedlichen Schwarmfisch. Eine Gruppe von mindestens acht bis zehn Tieren verhindert, dass einzelne Fische dauerhaft wachsam oder zurückgezogen bleiben. Männchen zeigen bei der Balz Farbe und Flossen und können kurze Imponierverhalten gegeneinander zeigen. Bieten Sie Raum und Sichtschutz, ohne die freien Schwimmzonen zu verlieren. Ein allgemeingültiges Verhältnis von Männchen zu Weibchen ist nicht belegt; wichtig sind eine ausreichende Gruppe und die Beobachtung, ob einzelne Tiere ständig verfolgt werden.

Seriously Fish nennt ähnliche kleine Regenbogenfische und einige Grundeln als mögliche Begleiter, sofern Größe und Ansprüche passen. Eine Überschneidung von Temperatur oder pH allein beweist jedoch keine Verträglichkeit. Die verfügbaren Härtebereiche für das Gefleckte Blauauge (Pseudomugil gertrudae) passen beispielsweise nicht überzeugend; deshalb wird die Kombination ohne fachliche Prüfung von Herkunft und tatsächlichem Wasser nicht empfohlen. Auch ein gemeinsamer Fundort mit Tateurndina ocellicauda ist kein Aquarienversuch. Große Räuber, schnelle Futterkonkurrenten und Flossenzupfer vermeiden. In einem Gesellschaftsbecken täglich prüfen, ob jedes Tier frisst.

Ernährung

In der Natur frisst die Art vor allem kleine schwebende oder suspendierte Organismen wie Zoo- und Phytoplankton sowie kleine Wirbellose. Das Maul ist klein; häufig wird nahe der Oberfläche gefressen. Bieten Sie kleine Portionen in passender Partikelgröße an. Geeignete Lebendfutter können Wasserflöhe, Moina, frisch geschlüpfte Artemia und Mikrowürmer sein, sofern sie klein genug für die Tiere sind. Fein zerriebenes schwimmendes Trockenfutter wird ebenfalls angenommen.

Mehrere kleine Fütterungen sind besser als eine große Portion. Beobachten Sie, ob auch zurückhaltende Tiere Futter aufnehmen; sichtbares Futter im Aquarium bedeutet nicht, dass jeder Fisch genug frisst. Sera Micron Powder ist ein vorhandenes Produkt mit sehr feinen Schwebepartikeln. Der Hersteller beschreibt es hauptsächlich für Fischbrut und Larven; deshalb wird es nur vorsichtig als ergänzender Versuch verknüpft und nicht als nachgewiesenes Alleinfutter für erwachsene P. furcatus. Sparsam dosieren, die Aufnahme prüfen und Reste entfernen, bevor sie die Wasserqualität beeinträchtigen. Eine abwechslungsreiche Ernährung bleibt nötig.

Zucht

Pseudomugil furcatus ist ein Freilaicher ohne Brutpflege. Während der Balz präsentiert das Männchen seine verlängerten Flossen. Weibchen können wenige klebrige Eier an feinen Pflanzen, Moos oder einem anderen geeigneten Substrat ablegen. Elterntiere können Eier und Larven fressen. Dichte Bepflanzung bietet Laichflächen und Deckung, garantiert aber keine Jungfische im Gesellschaftsbecken.

Für einen gezielten Zuchtversuch eignet sich ein separates, eingefahrenes Becken mit Schwammfilter und feinem Laichsubstrat. Verlegen Sie nur tatsächlich gefundene Eier und halten Sie das Aufzuchtbecken sauber; winzige Larven reagieren empfindlich auf angesammeltes Futter und Abfall. Das Artenprofil nennt eine Inkubation von ungefähr 21 Tagen, abhängig von der Temperatur, nicht als festen Zeitplan für jedes Gelege. Das Erstfutter muss sehr klein sein, etwa Mikrowürmer oder passende Nauplien, sobald die Jungfische diese aufnehmen können. Seriously Fish berichtet außerdem, dass Aquarienbestände möglicherweise auf eine kleine historische Sammlung zurückgehen, und erwähnt Probleme mit Fruchtbarkeit und Fehlbildungen. Das ist ein berichtetes Risiko und keine Aussage über jede Nachzucht; fragen Sie nach Herkunft und wählen Sie gesunde Elterntiere.

Quellen & Prüfung

Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.

Verwendete Quellen anzeigen