Zum Inhalt
Lerne deine Bewohner kennen. Ihre Bedürfnisse stehen zuerst.
aquariumwebshop
Haltungsratgeber · Meerwasser · Korallen

Duncan-Koralle

Duncanopsammia axifuga

Artniveau

Lebende Koralle: Duncanopsammia axifuga
Foto: User:Haplochromis · Quelle · CC BY-SA 3.0Verkleinert und komprimiert; kein Beschnitt oder Farbänderungen.

Duncanopsammia axifuga bildet eine verzweigte Kolonie mit auffälligen, blütenartigen Polypen. Für Aquarianer, die bereits ein stabiles Meerwasseraquarium pflegen, kann sie eine attraktive erste Steinkoralle sein: Die Polypen reagieren sichtbar auf Futter, und die Kolonie kann nach und nach neue Köpfe bilden. Anfängerfreundlich bedeutet hier nicht, dass ein frisch eingerichtetes Becken geeignet ist. Besonders Schwankungen, ein harter Pumpenstrahl und Verletzungen des weichen Gewebes verdienen Aufmerksamkeit. Geben Sie einem kleinen Ableger von Anfang an Wachstumsraum und beurteilen Sie die vollständig geöffneten Polypen. Dieser Leitfaden behandelt die benannte Art, nicht alle im Handel blüten- oder anemonenähnlichen Korallen. Licht, Wasserbewegung und vorsichtige Zufütterung wirken zusammen; mehr von allem ist nicht automatisch besser.

Aquarium planen →

Auf einen Blick

Bestimmungsniveau
Artniveau
Korallengruppe
LPS
Schwierigkeit
Einfach
Wachstum und Rückschnitt
Mittel
Temperatur
24–26 °C
Relative Dichte (SG bei 25 °C)
1,025–1,026 SG
pH
8,1–8,3
Alkalinität
8–9 °dKH
Calcium
400–450 mg/L
Magnesium
1250–1350 mg/L
Lichtbedarf
Mittel
par
50–150 µmol/m²/s
Strömungsbedarf
Gering bis mittel, Mittel
Position
Niedrig, Mitte
Aggressivität
Mäßig aggressiv
Zufütterung
Optional

Wasserwerte sind Richtlinien zur Riffpflege, keine nachgewiesenen Artgrenzen. PAR beschreibt nur die genannte Kulturerfahrung; Stabilität und langsame Eingewöhnung bleiben wichtig.

Über diese Koralle

Unter den weichen Tentakeln liegt ein Kalkskelett. Ein eingezogener Polyp kann deshalb ganz anders aussehen als ein vollständig geöffnetes Tier. Duncanopsammia axifuga gehört zu den Dendrophylliidae, darf aber nicht allein wegen der Verwandtschaft wie eine nicht photosynthetische Sonnenkoralle gepflegt werden. Die Symbiose mit lichtnutzenden Mikroalgen ist hier wichtig. Eine grüne Mundscheibe, braune Tentakel oder ein Handelsname für eine Farbform belegen keine eigene Art. Achten Sie beim Kauf auch auf unversehrtes Gewebe um die Skelettköpfe.

Natürlicher Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt im Indopazifik; viele Aquarientiere und Zuchtlinien werden mit Australien verbunden. Eine Herkunftsangabe des Händlers ist jedoch nicht dasselbe wie ein dokumentierter Fundort. Der verzweigte Aufbau hebt die Polypen über den Untergrund und ermöglicht den Austausch mit vorbeiströmendem Wasser. Übertragen Sie das auf einen Platz, an dem Wasser zwischen den Köpfen fließt und sich kein Schmutz sammelt. Eine vermutete natürliche Tiefe lässt sich nicht direkt in eine Aquarienhöhe übersetzen: Klarheit, Lampenoptik und Wasserfärbung bestimmen gemeinsam die tatsächliche Lichtmenge.

Aquarium und Einrichtung

Befestigen Sie die Basis sicher auf Gestein oder einem geeigneten Halter im unteren oder mittleren Riffbereich. Lebendes Gewebe darf nicht an rauen Kanten scheuern oder unter Sand verschwinden. Prüfen Sie den Freiraum bei vollständig geöffneten Polypen, auch wenn die Strömung sie seitlich bewegt. Ein kleiner Ableger auf einem losen Plug kann von einer Schnecke umgestoßen werden. Halten Sie ihn für Kontrolle und maßvolle gezielte Fütterung erreichbar. Ein verantwortbar belegtes artspezifisches Mindestvolumen liegt nicht vor; Stabilität, Koloniegröße und freier Platz wiegen schwerer als eine beliebige Literzahl.

Wasserwerte

Die zentralen Werte oben sind Pflegerichtlinien für ein stabiles Riff, keine experimentell bestimmten Überlebensgrenzen. Skelettwachstum verbraucht Calcium und Alkalinität. Messen Sie daher Entwicklungen möglichst unter vergleichbaren Bedingungen, bevor eine Ergänzung gewählt wird. Ein unerwarteter Messwert verlangt zunächst die Kontrolle von Test, Salzgehalt und jüngsten Pflegemaßnahmen. Magnesium gehört zu diesem größeren chemischen Zusammenhang. Streben Sie nicht blind nach nicht nachweisbarem Nitrat und Phosphat: Sowohl Mangel als auch Anreicherung können problematisch sein. Harte allgemeingültige Nährstoffgrenzen sind für diese Art nicht belegt. Eine stabile Situation abrupt auf einen vermeintlich idealen Wert zu ändern, kann selbst schaden.

Licht und Eingewöhnung

Diese Koralle benötigt normalerweise keine extrem starke Beleuchtung. Kulturratschläge unterscheiden sich: ORA nennt für seine eigene Linie mehr Licht und Strömung als die vorsichtigere Empfehlung von Tidal Gardens. Fragen Sie deshalb nach den bisherigen Bedingungen Ihres Ablegers. Die angegebene PAR-Richtlinie beruht auf dokumentierter Kulturerfahrung, nicht auf einer garantierten biologischen Grenze. Messen Sie an den Polypen; eine Messung unter der Lampenmitte sagt wenig über eine beschattete Seite aus. Beginnen Sie nach dem Kauf an einem weniger intensiv beleuchteten Platz oder mit angemessener Dimmung und beurteilen Sie die Reaktion vor einer Steigerung. Häufiges Umsetzen erschwert diese Beurteilung. Verblassen, dauerhaftes Schließen oder Geweberückgang können mit Licht zusammenhängen, verlangen aber auch eine Prüfung von Wasser, Strömung und möglichen Verletzungen. Eine längere Beleuchtungsdauer gleicht ein ungeeignetes Spektrum nicht automatisch aus.

Strömung

Beginnen Sie mit sanfter bis mäßiger indirekter Wasserbewegung, die Tentakel schwingen lässt, ohne sie ständig auf eine Seite zu drücken. Manche Zuchtlinien werden bei stärkerer Strömung gehalten; dies ist daher keine belegte Obergrenze der Art. Sie soll Abfall abtransportieren und Sauerstoff sowie Nahrung zuführen. Ein kräftiger gerader Strahl auf einen Skelettkopf kann das Gewebe verletzen. Beobachten Sie daher das Tier statt nur das Pumpenetikett. Bleibt zwischen den Köpfen Schmutz liegen, kann eine andere Einstellung oder Position hilfreicher sein als mehr Gesamtleistung. Prüfen Sie erneut, wenn die Kolonie dichter wird.

Ernährung

Neben dem Beitrag ihrer Symbionten kann diese Koralle kleine tierische Nahrungsteilchen aufnehmen. Eine maßvolle gezielte Zufütterung ist sinnvoll, wenn die Aufnahme sichtbar ist; ein geöffneter Polyp ist keine Aufforderung, den Mund vollzustopfen. Lassen Sie kleine passende Partikel vorsichtig an die Tentakel gelangen und prüfen Sie, ob sie geschluckt werden. Hören Sie auf, wenn das Tier geschlossen bleibt oder Futter wieder abgibt. Verringern Sie bei Bedarf kurz die lokale Strömung und stellen Sie sie anschließend wieder her. Berücksichtigen Sie Fische und Garnelen, die Futter stehlen. Zusätzliche Nahrung belastet auch das Wassersystem.

Wachstum und Verhalten

Neue Polypen können entlang der Kolonie entstehen, sodass aus einem übersichtlichen Ableger ein deutlich dichteres Gebilde wird. Das Wachstum hängt von Bedingungen und Ernährung ab; eine feste Zahl neuer Köpfe pro Monat ist nicht verantwortbar. Fotografieren Sie gelegentlich aus derselben Richtung, um Ausdehnung von Geweberückgang zu unterscheiden. Platz, der heute ausreicht, kann später Licht oder Durchströmung einschränken. Passen Sie Einrichtung und Pflege an die gewachsene Kolonie an, ohne sie dabei wiederholt zu verletzen.

Aggression und Abstand

Die Duncan-Koralle gilt gegenüber ausgesprochen kämpferischen LPS als vergleichsweise wenig aggressiv, besitzt aber weiterhin Nesselzellen und empfindliches lebendes Gewebe. Nachbarkorallen dürfen sie nicht berühren. Prüfen Sie die nächtliche Ausdehnung aggressiverer Nachbarn und die Richtung ihrer Tentakel. Eine feste sichere Zentimeterzahl ist nicht belegt. Der Abstand muss mit beiden Kolonien mitwachsen. Schäden an einer zum Nachbarn gerichteten Kante können Anlass sein, das Kontaktmuster genauer zu beobachten.

Vergesellschaftung mit Fischen

Beurteilen Sie Fische nach ihrem tatsächlichen Verhalten an diesen fleischigen Polypen. Einzelne Zwergkaiserfische können zupfen, auch nach längerer scheinbar problemloser Vergesellschaftung. Eine allgemeine Einstufung als riffsicher garantiert diese Kombination daher nicht. Beobachten Sie auch beim Füttern: Ein Fisch, der Nahrung aus einem geschlossenen Polypen holen will, kann Schaden anrichten, ohne ein spezialisierter Korallenfresser zu sein. Eine sandkauende Grundel kann tief platzierte Köpfe bedecken. Nutzen Sie die geprüften Artbeziehungen und halten Sie eine praktische Trennmöglichkeit bereit.

Vergesellschaftung mit Korallen

Weniger aggressive LPS können im selben Aquarium passen, wenn jede Kolonie ihren eigenen geeigneten Licht- und Strömungsplatz erhält. Das erlaubt keinen direkten Kontakt beim Wachstum. Eine Fackelkoralle ist wegen ihrer langen nesselnden Tentakel ein ungünstiger unmittelbarer Nachbar. Schnell wachsende Weichkorallen können die Duncan-Koralle beschatten oder ihren Freiraum besetzen. Beachten Sie im gemischten Riff auch chemische Konkurrenz und die allgemeine Wasserqualität. Die Beziehungen unten beschreiben Bedingungen für die gemeinsame Haltung, nicht die Empfehlung, alle genannten Korallen eng zusammenzusetzen.

Andere Wirbellose

Wählen Sie marine Wirbellose nach Art und nicht allein nach dem Etikett Reinigungstrupp. Eine weidende Schnecke kann einen schlecht befestigten Ableger umstoßen; eine futterstehlende Garnele kann die gezielte Fütterung stören. Große oder opportunistische Krabben sind nicht automatisch passende Begleiter. Achten Sie auf echten Gewebeverlust und unterscheiden Sie ihn vom kurzen Schließen, wenn ein Tier über die Kolonie läuft. Für große Gruppen wie Seesterne gibt es keine allgemeingültig sichere Kombination. Die vorhandenen Süßwassergarnelen und -schnecken dieser Datenbank kommen für dieses Riff nicht infrage.

Vermehrung und Fragmentierung

Eine gesunde verzweigte Kolonie kann durch das Abnehmen eines gut getrennten Skelettteils vermehrt werden. Vermeiden Sie Schnitte durch lebende Polypen oder das gewaltsame Trennen dicht stehender Köpfe. Eine verletzte, frisch transportierte oder schlecht geöffnete Kolonie sollte sich zunächst erholen. Geeigneter Schutz und sauberes Aquarienwerkzeug sind wichtig; Korallenschleim und scharfe Skelettkanten verlangen sorgfältigen Umgang. Befestigt wird am toten Skelett oder Träger, nicht mit Klebstoff auf lebendem Gewebe. Lassen Sie Zweifelsfälle von einem erfahrenen Züchter beurteilen.

Mögliche Probleme

Kurzes Schließen nach Berührung unterscheidet sich von tagelanger Verschlechterung. Prüfen Sie bei dauerhaftem Schließen nacheinander Stabilität, lokale Strömung, Licht, Sandansammlung und Mitbewohner. Braunes schleimiges Material, rascher Gewebeverlust oder freiliegendes Skelett verlangen eine zügige Beurteilung und gegebenenfalls sichere Absonderung. Dieses Aussehen allein beweist keinen bestimmten Erreger; geben Sie nicht wahllos Medikamente oder Desinfektionsmittel zu. Dokumentieren Sie Veränderungen und ändern Sie möglichst jeweils nur einen Umweltfaktor. Erholung zeigt sich an dauerhaft intaktem Gewebe und normalem Verhalten, nicht allein an einem kurz aufgeblähten Polypen.

Vergesellschaftung

Pflegeprodukte

Für diese Koralle ist noch keine ausreichend belegte Zuordnung zu einem konkreten vorhandenen Pflegeprodukt festgestellt. Fütterungs- und Pflegeabschnitte beachten; fehlende Produktkarten machen Futter oder Messungen nicht überflüssig.

Quellen & Prüfung

Dieser Haltungsratgeber basiert auf mehreren Fachquellen und wurde zuletzt am überprüft.

Verwendete Quellen anzeigen